Mit Terminal Error stellt sich mal wieder ein biederer US Fernsehfilm vor der sich, wohl im Zuge des Matrix Hypes, als Cyber Thriller verkaufen möchte und dabei ziemlich Schiffbruch erleidet.
Die Story ist relativ schnell erzählt, ein gefrusteter Computerfreak will sich an seinem ehemaligen Boss rächen indem er einen fiesen kleinen Virus in das Computersystem von dessen Firma uploadet. Unglücklicherweise entwickelt dieses Programm ein Eigenleben und erkennt den Menschen als zu vernichtende Spezies an.
Die Idee an sich ist dabei gar nicht mal so übel, eine Zukunftsvision in der Computer die Macht an sich reißen und sich gegen ihre Schöpfer zu wenden, ist eigentlich eine grundlegend funktionierende Sache, wenn man sich bei der Umsetzung nicht mal wieder fernsehtypisch aus dem Klischeebaukasten bedient hätte. Zum gefühlten 78.437ten Male steht mal wieder eine zerrütete Familie im Vordergrund. Die tapfere Cyber-Ethikerin (was es nicht alles für Berufe gibt), der vernachlässigte 16-jährige Nachwuchshacker und der vielbeschäftigte, aber im Grunde liebende Vater, die sich zusammenraufen müssen um die weltweite Bedrohung im Alleingang eliminieren müssen. Liebe Drehbuchautoren, ist diese immergleiche Geschichte wirklich so interessant, das man sie andauernd wieder recyceln muß? Überflüssig dabei zu sagen, das das Kiddie mal wieder mächtig nervt, Marina Sirtis sträflich unterbeschäftigt bleibt und Papa sich als Hauptcharekterzug ständig durch die Haare fährt. Wie der Showdown ausgeht, kann sich jeder selbst ausrechnen, war den Autoren aber wohl selber peinlich, indem sie das Happy End als 30 Sekunden langen Miniepilog abfrüstückten.
Ebenfalls auffällig ist das offensichtlich sehr geringe Budget des Streifens. Die CGI war selbst im Jahre 2001 ziemlich kläglich, immerhin konnte man sich zwei Autos leisten, die zu Schrott verarbeitet wurden. Wer mal lachen möchte, sollte sich mal die beiden gezeigten russischen und amerikanischen Kernkraftwerke anschauen, die a) exakt gleich aussehen und b) beide von einem einfachen betonierten Gang gedoubelt werden, einfach goldig. Das man von einem explodierten ukrainischen Kraftwerk spricht ist recht pietätlos irgendwie, Tschernobyl läßt schön grüßen, auch der Ersatz-Stephen-Hawking hat mir nicht besonders gefallen (werde wohl auf meine alten Tage doch noch plolitisch korrekt), solche Anspielungen müssen eigentlich nicht sein.
Wie auch immer, insgesamt versagt Terminal Error an vielen Fronten, fade Darsteller, lahme Sets, zu viel BlaBla und eine vorhersehbare Abfolge der Ereignisse. Typisch TV Film eben, sollte man wirklich überhaupt nichts gescheites vorhaben, kann man mal reinschauen, aber wirklich nur dann, wenn alle Farbe schon getrocknet und auch die Sockenschublade bereits frisch sortiert ist.
2,5/10