Auf den Präsidenten wird ein Anschlag verübt, er wird von einem kleinen Giftpfeil getroffen. Vorsichtshalber kommt er ins Krankenhaus, obwohl er immer wieder beteuert, dass es ihm gut geht. Dort allerdings gibt es eine niederschmetternde Diagnose: Der Präsident hat sich mit Ebola infiziert und dadurch hat er auch alle Leute mitinfiziert, mit denen er seit dem Giftpfeil zu tun hatte. Schlimmerweise handelt es sich um den aggressivsten Virus, den man je entdeckt hat. Das Krankenhaus wird unter Quarantäne gestellt und kurz darauf meldet sich der Attentäter. Er will 100 Millionen Dollar, dann würde er ein Antiserum spenden.
Ebola bietet im Grunde genau das was man von einem TV-Film erwarten darf. Die Story stammt leicht abgewandelt von Outbreak und die Serienerprobten Darsteller liefern souveräne Kost ab, ohne sonderlich zu glänzen. Dafür stimmt im Gegensatz zum sonst von mir gefürchteten Genre des fürs Fernsehen produzierten Films zumindest die Abstimmung zwischen dem eigentlichen Thema und der sonst gerne genommen aufgesetzten Dauerdialogdramatik. Hier wird zwar auch viel gequasselt, eine Love Story zum Glück nur angedeutet, aber ansonsten hält man sich an die Ebola Thematik. Einzige Ausnahme der saublöde Kid Actor namens Dusty, der mal wieder eine arge Nervenzerreißprobe darstellt und wegen mir postnatal abgetrieben werden sollte.
Der Ablauf hingegen ist gewohnt brav, ohne große Action, Tempo oder allem was irgendwie viel Geld gekostet hätte. Als ich mit Lin Shaye und Jeffrey Combs das Erpresserduo gesehen hab dachte ich eigentlich sogar das noch eine Comedy Komponente hinzukommt. Denn so blöde kann sich eigentlich verhalten. Beide agieren eher planlos, der eine weiß nicht was der andere tut, sie nisten sich im Krankenhaus ein obwohl sie wissen das der Erreger über die Luft übertragen werden kann, lassen sich am Telefon zu Hinweisen ihrer Identität provozieren und der Abgang vom Dach am Ende ist auch nur mit Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom zu erklären, das hat schon fast Olsen Bande Format. Ansonsten spielt sich Ebola aber todernst ab.
Das Tempo hält sich dabei ziemlich in Grenzen, so daß öfter auch mal Längen eintreten. Die meisten Dialoge kann man getrost in der Pfeife rauchen, lediglich die Gespräche des uneins agierenden Fiesopärchen bringen ein wenig Pep in die Suppe. Aber auch die dusseligen Militärs haben einige (unbeabsichtigte) Lacher aufgrund akuter Doofheit (überflüssiger Helikopterabschuß, stümperhafter Durchbruch der Quarantänehülle) auf ihrer Seite. Das wirkt erfrischend auf den sonst vorherrschenden selbstlosen Edelmut, den der Rest der Truppe bei passenden und unpassenden Gelegenheit propagiert.
Wenn man bereit den eigenen Erwartungshorizont bei solch einer sparsamen Produktion herunter zu schrauben, kann man sich Ebola durchaus mal anschauen. Der Film verzichtet auf übermäßiges Humandrama Gehabe, das sonst das Genre dominiert. Trotzdem gesamt nur Durchschnitt.
5/10