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Als 2008 durch die Reihe um „Twilight“ eine neue Vampirfilmwelle losgetreten wurde, wollte natürlich jeder ein möglichst großes Stück vom Kuchen abhaben, - und wenn es auch nur der deutsche Verleih ist, um einige Zuschauer mehr ins Boot zu locken.
Mit einer aufgeblasenen Teenyromanze hat vorliegender Streifen zwar nichts zu tun, doch viel Eigenständigkeit bringt die Geschichte um einen Loser und eine scharfe Vampirfrau nicht mit.

Nacht für Nacht schlägt sich Sanitäter Jack (Jason Mewes) mit seinem Kollegen Roger (Richard Fitzpatrick) bei zahlreichen Einsätzen, primär mit Junkies und Obdachlosen durch, als er die schwer verletzte Danika (Erica Cox) aufgabelt. Rasch erholt sich die junge Frau bei ihm zuhause, doch gleichzeitig steigt in ihr eine unstillbare Gier nach Menschenblut hoch. Jacks innige Zuneigung zu Danika wird auf eine harte Probe gestellt, als die erste ausgesaugte Leiche in seiner Wohnung auftaucht…

Regisseur Harvey Glazer wollte offenbar in erster Linie eine lustige Horrorkomödie abliefern, womit er in nahezu allen Belangen scheitert. Meistens wirken die Versuche zarten Humors zu seicht, dann kommt wieder recht viel Fäkalhumor ins Spiel, da Kollege Roger ständig über Verdauung und Analverkehr spricht, während zwischen dem eigentlichen Paar häufig Stillstand herrscht, denn über weite Teile geht es lediglich um Jacks Abneigung, seiner Geliebten zu neuen Menschenopfern zu verhelfen, was dann nur sehr selten halbwegs erheiternd vonstatten geht.

Zudem stimmt die Chemie zwischen den beiden überhaupt nicht, da die Hauptakteure einerseits zu konturlos bleiben und andererseits keine Entwicklung durchmachen, da jeder auf seinem Standpunkt verharrt und die Geschichte lange Zeit auf der Stelle tritt.
Darüber hinaus kommen nur sehr wenige Schauplätze zum Einsatz. Die meiste Zeit spielt sich in Jacks düsterer Wohnung ab, wo Danika stets zwischen aufgegeilt und unter Bluthunger leidend verharrt und einige nicht sonderlich betörende Softsexszenen für Abwechslung sorgen sollen, jedoch lediglich die annehmbaren körperlichen Vorzüge von Erica Cox unterstreichen.

So endet der unverhoffte Besuch von Jacks Ex erahnbar, beim Entsorgen diverser Leichen kommt immerhin ein recht lustig-alberner Song zum Einsatz, der Unterarm wird freiwillig angeboten und Blutkonserven müssen stibitzt werden und am Ende ist natürlich auch Freund und Kollege Roger involviert, als eine finale Entscheidung ansteht und irgendwer definitiv dran glauben muss. Besonders im finalen Akt ist vom Humor rein gar nichts mehr zu spüren, doch sonderlich mitreißend gestaltet sich der relativ blutarme Showdown dennoch nicht.

Ohnehin werden fast keine expliziten Gräueltaten gezeigt und auch wenn die Sprache zuweilen recht vulgär ist, traut man sich nicht, auch mal mit Biss an die Sache heranzugehen.
Am Ende erhält man einen Streifen, der recht ereignisarm, eindimensional, viel zu geschwätzig und nicht sonderlich gut performt ist, von daher nur selten unterhält und allenfalls als Berieselung in bierlauniger Männerrunde zu empfehlen ist, - doch auch in dieser Hinsicht dürfte das Werk nur selten einen Treffer landen.
3 von 10

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