"Fury of the Wolfman" (Spanien 1972, Regie: Jose Maria Zabalza) ist der Billigste und Schwächste unter den Naschy-Werwolf-Filmen. Aber sogar so eine kleine Randproduktion hat noch genug Qualitäten, daß man ihn ab und zu (selten) mal mit Vergnügen ansehen kann.
Diesmal versucht man fast durchweg einen wissenschaftlichen Touch zu bekommen, denn Daninsky und seine Partnerin sind Professoren an einer Universität, sehr viele Szenen spielen in einem Labor es werden Experimente gemacht / besprochen. Nach dem Töten stirbt der Werwolf fast jedesmal und wird mit Aparaten wiederbelebt. Seine Partnerin ist nämlich die Tochter von Dokter Wolfenstein, der selbst auch als Phantom mit einer Maske sein Unwesen in der teilweise zum Labor, teilweise zum Folterkeller umgebauten Burg treibt. Also Werewolf vs.Wolfenstein, denn natürlich ist der gute Paul nicht der Böse, sondern wird nur von den fiesen Wissenschaftler für ihre Zwecke mißbraucht. Diese haben zudem noch zahlreiche Gefangene im Folterkeller, die brutal behandelt oder verschlissen werden.
Recht brutal wirkt auch eine Szene, in der Naschy in menschlicher Gestalt mit einer Axt die Handlanger des Bösen tötet. Zwar nicht blutig, aber dennoch in der Ausstrahlung hart, da er unbewaffnet auf dem Boden sitzen Hippie-Typen abschlachtet.
Merkwürdig ist allerdings, weshalb die Wolfenstein-Zicke danach den kräftigen Naschy anketten kann, denn ihre Leute sind alle tot und man will uns doch nicht erzählen, daß eine schlanke Frau um die 40 stärker ist als Paul Naschy?
Ganz mies ist, daß einige der Werwolf-Szene am Anfang und in der Mitte des Films aus anderen Naschy-Filmen entnommen wurden. Man hat also, um Geld zu sparen, etliche Werwolf-Sequenzen wiederverwertet, die schon in anderen Filmen drin waren. Echt peinlich, diese Methode.
Dafür aber bietet der Schluß etwas, was sonst keiner seiner Filme hatte: Erstmals einen hübschen weiblichen Werwolf. Der Kampf zwischen Wermann und Werfrau ist dann folglich sehenswert. Tja, vorher Geld sparen und dann alles auf eine neue Idee setzen. Die Musik im Finale ist übrigens das klassische Thema aus dem ersten Mumien-Film (1932), nur mit anderen Instrumenten und sehr viel schräger/frecher gespielt. Insgesamt ist die Musik mittel. Nicht zum Hervorheben, aber auch nicht zum Abgewöhnen. Die Dialoge sind soweit okay für ein B-Picture.
Alles in Allen ist "Fury of the Wolfman" ein Mittelklasse-Werwolf-Film. Nichts für die Top 50 aber auch Nichts für die Tonne.