„Wenn man sich wirklich liebt, sollte man nur essen, was vorher die Genitalien des Partners berührt hat.“
…ein Zitat, welches euch schon mal einen kleinen Vorgeschmack auf die hier vorherrschende Weirdness bieten dürfte.
Die Zeit: Japan Anfang des 20. Jahrhunderts.
Der Ort: ein Hotelzimmer.
Die Hauptpersonen: Sada und Kichi.
Die Handlung: Sada und Kichi vögeln sich das Hirn raus.
Kichi ist ein verheirateter Mann und Familienvater, Sada eine Prostituierte. Doch beide lieben einander und dies vor allem körperlich. Die beiden sind, um genauer zu sein, so scharf auf einander, dass sie es gar nicht mehr schaffen, ihre miefige, versifft-verschwitzte, Besenkammer-artige Liebeshöhle zu verlassen. Aktivitäten, wie Essen und aufs Klo gehen, unterliegen ihrer Libido ebenso. Gelebt wird also nur von Lust, Liebe, Sake und den Körperflüssigkeiten des anderen… jammi!
Doch als Kichi meint, dass er sich langsam doch mal wieder zuhause blicken lassen sollte, bringt ihn Sada aus Angst, den Verlust nicht verkraften zu können, um, schneidet ihm den Pillermann ab und macht sich mit diesem kleinen Souvenir aus dem Staub.
Bald wird die hübsche Mörderin im ganzen Lande gesucht…
Oh menno, ich hab’ mir mit „A Woman Called Abe Sada“ einen klassischen, leicht angestaubten Rachefilm im Stile von „Lady Snowblood“ oder blutige Schwertkampf-Action á la „Okami“ erhofft.
Aber Pustekuchen!!! Hier wird lediglich kopuliert bis der Arzt kommt, und das in allen erdenklichen Stellungen und Posen.
Dass im mega-prüden Japan aber nur in Boxershorts und Strumpfhose geknattert wird, darf dabei aber nicht vergessen werden.
Im Klartext: Ein paar Busen sieht man schon hüpfen, im Übrigen behalten die Akteure ihre Klamotten wegen des strikten „Schamhaar-Verbot“, das im japanischen Film gilt, während des horizontalen Mambos aber an. Als „geil“ lässt sich das öde, mächtig dämliche Rumgeruckel hier also definitiv nicht einordnen.
…wo wir bereits an des Pudels Kern angekommen wären:
Hier wird fast ohne Pause gefickt, gebumst und geblasen, alles hat wegen den diversen unkonventionellen Praktiken (Fessel-, Kitzel- und Würgespiele, Essen während des Akts, Fußpenetration…) einen ziemlich perversen Beigeschmack…,
…dem wollüstigen Treiben zu folgen, ist aber ungefähr so unterhaltsam wie ein Glas Wasser.
Wer auf Action, Spannung, Handlung oder einfach nur Unterhaltung hofft, ist hier so was von falsch…, falscher geht’s eigentlich gar nicht.
Ich hab’ mir den Streifen spät abends in geselliger Runde rein gezogen und meine Kumpels ham ihn glatt zum langweiligsten, unansehnlichsten Mistding aller Zeiten gekrönt.
Bei mir konnte der Streifen aber noch ein paar Punkte gutmachen, da hier die vielen Perversitäten, ob man’s glaubt oder nicht, mit einer ordentlichen Ladung unterschwelliger Poesie vermengt werden.
Statische Kameraeinstellungen, monotone Bilder, kaum Dialoge und viele, lange Gesprächspausen. Dazu noch Sadas fast schon fanatische Verliebtheit, ihre hoffnungslose Verlorenheit in dieser Liebe und ihre daraus resultierende, sich immer mehr steigernde Weltfremdheit… und fertig ist der düstere, pessimistisch angehauchte Chiller für einsame Stunden…
…mit anderen Worten aber auch ein Film, zu dem man gut einschlafen kann.
Fazit:
Abe Sada – die Frau, die zu viel fickte…
Ein liebeskranker, hedonistischer und vollkommen wahnsinniger Wüstling, insgesamt aber weder übermäßig pervers oder anstößig, noch auf andere Weise sehenswert.
Hat zwar irgendwie was, ist unterm Strich aber doch zu anstrengend und unspektakulär. Von der Gesellschaftsunfähigkeit mal ganz abgesehen…
Für einen nur 75 Minuten langen Film einfach zu langweilig…