Review
von Leimbacher-Mario
Staffel 7 - 7/10
Staffel 7
Tödliche Traumfabrik
In seinem siebten Jahr geht’s für unseren liebsten Geheimagenten, Ladykiller, Scotchsommelier, Arschtreter und „seine“ Crew an die Westküste nach Los Angeles, wo eine leichte, wirre Krimigeschichte rund um ein Hollywoodstarlet entspinnt, die in bisher ungeahnte und tödliche Sackgassen führen könnte...
Season 7 von „Archer“ hat nur 10 flotte Episoden, hat mir Spaß gemacht und hat immer noch genug Anflüge dieses ganz speziellen Charmes, der der Serie eine absolute Ausnahmestellung im Animationsbereich eingebracht hat. Höhepunkte wie die Doppelfolge mit den Clown-Geiselnehmern, die „Wettfolge“ inklusive unfassbar witzigem Barfight oder auch der richtig böse, ziemliche geniale Cliffhanger, der schon zu Beginn angedeutet wird, gehören zum Besten, was die komplette Serie bisher vollbracht hat. Das ist dann pure Magie, lautes Lachen gepaart mit Sexiness und dieser gewissen Aura, die man nur hier findet. Ideal zum Whiskey, am Lagerfeuer oder für einen kurzweiligen Männerabend. Oder auch für ein Date - denn die Frau, die das genauso geil findet, wie ihr/ich, ist ein Keeper...
Andererseits gibt es diesmal aber auch deutlich schwächere Episoden, die ich jetzt nicht mies oder totale Ausrutscher nennen würde, die man jedoch einfach super schnell vergisst. Außerdem verlässt man sich ein wenig zu sehr auf gewohnte (und bisher äußerst erfolgreiche) Mechanismen und Muster, wie etwa den unkaputtbaren Barry, Archers halbgare Midlifecrisis oder seine On-Off-Beziehung zu Lana, die sich allesamt mittlerweile langsam durchaus etwas abgenutzt haben. So schwer es mir fällt, das zuzugeben. Außerdem ist, simpel gesagt, das Witzwriting gefühlt nicht mehr ganz so scharf und punktiert und lässig und mutig, wie es mal war. Plus das Hollywoodsetting wird meiner Meinung nach hier nicht ansatzweise genug ausgespielt, gerade weil man weiß, was für ein großer Filmfan Archer ist. Obwohl seine Liebelei mit der Femme Fatale und Traumfabrik-Milf schon ihre Momente hatte...
Fazit: ich würde eine Staffel „Archer“ niemals als nicht lohnenswert, unterhaltsam oder gar schlecht bewerten, Staffel 7 ist da keine Ausnahme, in der Archer und das Team die Traumfabrik unsicher machen. Doch man merkt hier schon mehrmals, dass sich das Konzept ein wenig abnutzt und eine Generalüberholung und frische Ideen, neues Blut nicht schaden könnten. Das sollte dann in den drei Folgejahren ja auch geschehen... (7/10)