Review

Staffel 11 - 6,5/10

Staffel 11


Koma Chamäleon

In der sage und schreibe schon elften Staffel wacht „Archer“ (nach drei Jahren als Noirspy, Dschungelschwinger und Astronautenabenteurer) endlich aus dem Koma auf - und muss mit den körperlichen Rückschlägen und Einschränkungen, die eine solche Nahtoderfahrung und extreme Auszeit mit sich bringt, erstmal klar kommen. Sein Körper kann nun nämlich erstmalig nicht mehr mit seinem immer noch enormen Ego mithalten. Außerdem hat sich natürlich auch bei seinen Freunden und Kollegen viel getan - so hat Lana z.B. geheiratet und Cyril hatte während Archers „Schönheitsschlaf“ endlich zu sich und Selbstvertrauen gefunden... Warum trotz der „neuen alten“ Begebenheiten diese acht Fast-Back-to-the-Roots-Episoden für mich leider dennoch das bisher schwächste Jahr bilden, möchte ich sofort erklären.

Dass „Archer“ wohl kaum noch an seine ersten 5 Staffeln anschließen kann, war irgendwie klar. Dennoch durfte man ja hoffen, dass nach den drei polarisierenden Curveballs doch wieder zu alter Stärke und klassischen Tugenden gefunden wird, wenn Archer nun wieder in der „realen“ Welt ist. Vom Feeling her geschieht das auch - nur scheint mir irgendwie der ganz geniale Touch und die rotzige Schnittigkeit abhanden gekommen zu sein. Auch Staffel 11 hat noch Highlights - wie Archers überraschende Freundschaft mit Barry, das „Enter The Dragon“-artige Kampfturnier oder Lanas Rampage auf Grund A.J.'s Kidnapping. Dennoch meint man das alles schonmal besser und packender und vor allem witziger von der Serie gesehen zu haben. Außerdem meint man manchmal mittlerweile etwas die politisch korrekte Bremse zu spüren (selbst wenn sich die Serie über den Zustand selbst noch lustig macht) und sonst immer szenen- oder gar folgenstehlende Nebenfiguren wie Pam kommen dieses Jahr arg kurz. Plus: Archers innerer Konflikt und seine Entwicklung wirken gehemmt und viel schneller, billiger abgehandelt als nötig. All das lässt mich grübeln, ob nicht selbst die wohl beste Agentenparodie aller Zeiten langsam zum Ende kommen sollte...

Fazit: zurück in der realen Welt - aber leider nicht zurück zu alter Stärke. Archer sollte die Zeichen der Zeit erkennen und langsam die Rente vorbereiten. Selbst wenn die Serie eine arschtretende Agentenparodie bleibt, man die Figuren lieben gelernt hat und es interessant ist, wie der Supermacho nun (zumindest anfangs) mit seinen körperlichen Handicaps zu kämpfen hat. (6,5/10)

Details
Ähnliche Filme