Review

"Fascination", ein Titel, der nicht treffender hätte ausgewählt werden können.
Ein Film der fasziniert, den Zuschauer, sowie die Protagonisten in Rollins Geschichte.
Der Zuschauer ist fasziniert von den wunderschönen Frauen, die das Wasserschlößchen bewohnen. Er ist fasziniert von der umheimlich starken Atmosphäre, die es umgibt genauso wie die Frauen. Er ist fasziniert von den schönen Bildern, die ihm Rollin einmal mehr liefert. Und letztendlich, wie die Hauptperson Marc, von dem Geheimnis, welches die Frauen untereinander teilen.

Dieses Geheimnis möchte der Zuschauer, genauso wie Marc, ergründen, wissen was es ist. Ist es wirklich so tödlich, wie die hübsche Elisabeth voraussagt?
Bis uns Rollin die Auflösung zeigt, dürfen wir seiner faszinierenden Geschichte folgen: Marc "erleichtert" seine scheinbaren Komplizen um eine Tasche randvoll mit Goldmünzen. Seine Flucht führt in zu einem mysteriösen Wasserschloß, dass nur von zwei hübschen Frauen bewohnt zu sein scheint. Er will sich bei ihnen verstecken, abwarten, bis seine Verfolger kleinbei geben. Doch die Frauen umgibt ein grauenhaftes Geheimnis.

Trotz eines Hauptdarstellers sind hier die Männer wieder einmal nur Staffage für die eigentlichen "Helden", die Frauen. Rollin zeigt nur allzu gerne das Rollenbild der dominaten Frau, die dem Mann überlegen ist auf. Am Anfang denken die Männer immer, sie könnten Macht über die Frauen ausüben, doch nach einer geraumen Zeit müssen sie erkennen, dass eher die Frauen sprichwörtlich "die Hosen anhaben", und das obwohl sie sich den Männern hingeben. Damit verfolgen sie aber nur einen Zweck, sie geben den Männern, was diese begehren und machen sie sich auf diesem Wege gefügig. Ein brillianter Schachzug.

Für Rollin ist die Frau ein magisches, mysteriöses Wesen, das gleichzeitig verführerisch wie auch gefährlich sein kann. Am besten erkennt man diese These am Charakter Evas. Sie ist betörend schön, unglaublich verführerisch, weiß sich und ihren Körper einzusetzen. In ein weißes Kleid gehüllt, verkörpert sie anfangs die Unschuld, die Reine, nur um gegen Mitte des Filmes ihre "weiße Unschuld" gegen den schwarzen "Umhang des Todes" zu tauschen. Eine schöne Metapher.
Übrigens Eva wird unheimlich gut von Brigitte Lahaie dargestellt, der französischen Erotikgöttin der 70er und 80er Jahre. So eine Darstellung hätten ihr nur die wenigsten zugetraut. Natürlich darf sie auch ihren wohlgeformten Körper einsetzen, aber Rollin gibt ihr auch die Möglichkeit zu schauspielern, was die sympatische Aktrice sehr gerne annimmt.

Mit nackter Haut wird auch nicht gegeizt, so darf der Zuschauer einer lesbischen Szenerie und dem Liebesspiel zwischen Eva und Marc beiwohnen. Rollin ist es gelungen diese Szenen mit unheimlich schönen erotischen Bildern auszustatten, die gerade soviel zeigen wie nötig und deshalb so wunderbar funktionieren.

Ein weiteres großes Plus des Films ist die Location; dieses wunderbare, unglaublich schöne Wasserschlößchen. Wo er dies nur wieder gefunden hat!? Es verstömt sofort eine angenehme Atmosphäre. Am Anfang umgibt es eine geheimnisvolle Aura, etwas später wirkt das Schloß, wie einem Traum entsprungen. Und gegen Ende wird die gesamte Szenerie von einer schönen Gruselatmosphäre dominiert. Alles untermalt von toller und zur Atmosphäre passenden Musik.

Rollin ist ein sehr guter Gruselfilm gelungen, der, für seine Verhältnisse, sogar einer linearen Geschichte treu bleibt und, gerade für Neueinsteiger ins Rollin-Universum, eine interessante Option darstellt. Mit interessanten Schauspielern besetzt, allen voran die charismatische Franka Mai, und schönen Dialogen ausgestattet. Für die Interpretationskünstler bietet er auch Gesprächsstoff, wenngleich weitaus weniger, als Rollins andere Filme. Es handelt sich hier aber um keinen Vampirfilm! Dessen sollte man sich bewusst sein. Und, trotz Einsatzes einer Sense, sollten Splatterfreunde nicht zuviel erwarten!

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