Review
von Leimbacher-Mario
Ed von Dreck
„Jack Frost“ ist ein Jahr vor dem großen, gleichnamigen Familienfilm erschienen, wahrscheinlich weil er nur einen Bruchteil der Produktionszeit von diesem gebraucht hat. Eine Verwechslung ist jedoch eh recht unwahrscheinlich, da bei dieser slasherartigen Variante ein gutes Stück mehr Blut, Trash und Wahnsinn am Start ist. Und natürlich nur ein Bruchteil des Budgets. Als Horrorfan würde ich diesen fiesen Weihnachtskiller dem ungefährlichen „Batman“-Schneemann jedoch jederzeit vorziehen und hatte eine gute Zeit, bin sogar ein wenig in Stimmung gekommen. „Jack Frost“ ist ein sympathischer kleiner Slasher für die kalte Jahreszeit, deutlich Chucky und Co. verschrieben, obwohl fast ein Jahrzehnt später als diese typischen 80er-Ikonen erschienen. Die Handlung erzählt von einem berüchtigten Serienkiller, der eine Kleinstadt lange Zeit in Angst und Schrecken versetzt hat. Doch er kann diesen noch um einiges steigern, als er bei einer polizeilichen Überführung mit einer neuartigen Chemikalie in Verbindung kommt, die in seiner DNA eine Reaktion herbeiruft, sodass er mit dem Schnee verschmilzt und von nun an als mordenden Schneemann die Gegend unsicher macht. Inklusive grandiosen Fähigkeiten wie spontanes Schmelzen und Erhärten, Verschießen von tödlichen Eiszapfen/spitzen Möhren und einem riesigen, grinsenden Maul, mit dem er gerne Teile von Leuten abbeisst...
Das ist einfach ein oldschooliger Slasherfilm über einen amoklaufenden Schneemann. Was will man denn mehr?! Die verrückte Idee weiß, wie abgefahren und blöd sie ist, es ist ganz klar eher Comedy als Horror und spätestens, wenn die sexy Austauschschülerin aus „American Pie“ vom teuflischen Schneemann in einer Badewanne zu Tode gehöggelt wird, weiß man, wodran man ist. Weitere Highlights sind das Bekämpfen von Jack mit einer Armada an Föns (!) und seine etlichen „eiskalten“ One-Liner, die ihm nie auszugehen scheinen. „Christmas came early this year!“ ist auch da nur die Spitze des Eisbergs. Dass „Jack Frost“ nie allzu große Berühmtheit erlangte, kann ich nicht verstehen und nur damit erklären, dass sowohl die Komödien- als auch die Horrorfans die Anteile des jeweils anderen Genre etwas missverstanden haben. In Sachen augenzwinkernder Trashhorror war er seiner Zeit wohl wirklich etwas voraus und er ist noch viel viel weniger ernst zu nehmen, als ein Leprachaun und Co. Ohne wirkliche Abstriche in Sachen Härte oder Perfidität zu machen. Deswegen werde ich mir sicher und gerne auch das Sequel noch zu Gemüte führen. Vielleicht ja nächsten Monat, wenn es etwas mehr weihnachtet. Natürlich könnte Jack besser animiert sein, natürlich fehlen Identifikationsfiguren und die komplette Welt ist kaum ernst zu nehmen - aber er hat in seiner simplen, verträumten und verschneiten Art bei mir definitiv ein gutes, warmes Gefühl hinterlassen. Und das ist manchmal das Kostbarste, was ein Film erreichen kann.
Fazit: einer der bizarreren und augenzwinkernderen Killer der Slasherwelt. Ein gemeiner Mann aus Schnee, Eis und teuflischen-guten Einzeilern. Horror-Trash und sich völlig im Klaren darüber. Kriegt keine kalten Füße und ist (zumindest für mich) leicht ins Herz zu schließen. Da kann Keaton einpacken ;).