Nach der allgemeinen (positiven) Erschütterung der Abenteuerwelt durch Robin Hood, König der Vagabunden (1938) wurde ein ehedem angedachtes Sequel ebenso vertagt bzw. gestrichen wie auch andere Aspirationen, mit diesem Mammutwerk allzu schnell und allzu forsch gleichzuziehen. Etwas näher überhaupt an die Wirkung, auch wertgeschätzt in seinen Kreisen und auch von einer namhaften (damals allerdings etwas darbenden und sich deswegen andere Wege und Mittel und eben auch die Bearbeitung von Live-Action suchenden) Produktionsfirma fabriziert, stellt sich ganze 15 Jahre später Walt Disneys Robin Hood und seine tollkühnen Gesellen als nächster ernstzunehmender Vertreter dar; dazwischen liegen eine ganze Reihe von heutzutage meist übersehenen Artikeln, die dann in ihrer Ausweichmöglichkeit zuweilen auch andere Genres (zumeist den Western) kreuzen oder ihr Heil ganz in der 'Flucht' versuchen und auf anderen Vorlagen aufgebaut sind.
Zu einem dieser Erzeugnisse und das neben dem auf Alexandre Dumas' "Le Prince de voleurs" existierenden Robin Hoods große Liebe (1948) gehört auch Der Bandit und die Königin (1946), welcher wiederum den Roman "Son of Robin Hood" von Paul A. Castleton adaptiert; und damit sichergeht, dass man a) sowohl eine eigene Geschichte besitzt und sich b) schon narrativ von dem zu großen Vorbild abgrenzt, aber c) nicht gänzlich der Sage fernbleibt und zumindest die bekannten und beliebten Figuren behält, was dem Publikum in seiner Neugier nach Anderem die Erfüllung dessen einerseits und mit der Beibehaltung des Liebgewonnenen andererseits und so den Anreiz des Konsums erhält. Der Film hat allein in den USA das Dreifache seines Budgets eingespielt, sodass dieselbe Variante vier Jahre später vom selben Studio der Columbia und auf demselben Drehgelände Corriganville, Simi Valley, Kalifornien und auch mit einigen Stock footage noch einmal neu probiert wird. [Beide Filme haben noch eigen, dass sie beide als Quellmaterial für die Time Tunnel Folge 16 "Der Rächer der Enterbten" herhalten.]:
Im Jahre 1214 ist König John [ George Macready ] tatsächlich Regent des Landes, was seine Führung allerdings nicht edler als zuvor und auch nicht weiser erscheinen lässt. Außerdem leidet er weiterhin an Rachegelüsten für Robin Hood, was selbst noch dessen Sohn Robin Earl of Huntington [ John Derek ] betrifft. Als er diesen heimtückisch bei einem Ritterturnier umbringen will, riecht dieser allerdings Lunte und antwortet auf seine eigene Art und Weise; allerdings glaubt Robin auch, dass das Mündel des Königs, Lady Marianne [ Diana Lynn ] damit etwas zu tun hatte und beschuldigt diese. Nur kurz darauf greift König John zu anderen Mitteln, erhöht erneut wieder die Steuern und nimmt Robin und seinen väterlichen Freund Little John [ Alan Hale sr.] wegen Widerstandes gegen die neu eingesetzten Reformen fest. Nach einer Flucht der beiden trommeln sie die alten Weggefährten Bruder Tuck [ Billy House ], Will Scarlet [ Billy Bevan ] und Alan-a-Dale [ Lester Matthews ] erneut zusammen, um sich gegen die Tyrannei und vor allem auch Johns angeheuerten Söldner, den Graf von Flandern [ Lowell Gilmore ] mit seiner gedungenen Armee zu wehren.
"For the last time I'm telling you: I don't like the smell of this."
"For the last time I'm telling you, Little John: You are imagining things."
"Well, i'm not imagining the hatred that King John had for your father."
"You are ressurrecting ancient history. The days of Robin Hood in the Sherwood Forest are long gone."
"Yes, but the evil days of King John have returned."
Dabei ist die Ausgangsidee trotz und nicht unbedingt wegen der Veranstaltung mit dem Sohn von Robin Hood (ein fauler dramaturgischer Trick) im Grunde so schlecht gar nicht; abgesehen davon, dass der Film selber wenig wertgeschätzt wird, ist die Herangehensweise über diverse politische Erklärungen, eben der 1215 (nach und aufgrund diesen Ereignissen hier eingesetzten) Magna Carta und auch der Hinweis auf heutig aktuelles freiheitliches Geschehen ein erster Bezugspunkt, der greift und wirkt. Zusätzlich wird die Geschichte hier wiederholt, aber mit gelinde anderen Voraussetzungen, bspw. dem, dass John nun tatsächlich rechtmäßig König ist und damit auch mehr oder minder tun und lassen kann, was ihm beliebt. Auch auf die (filmischen) Vorgänger wird direkt und indirekt eingegangen, so wird John von einem seiner unwissenden Handlanger gefragt, was er denn eigentlich gegen den jungen Huntingdon hat und was sich natürlich aus der Vergangenheit und der (uns als Publikum bekannten) Vorgeschichte ergibt. Die Wiederholung der Einsetzung von und der Eintreibung der Steuern hat man genauso von früher gelernt wie auch Fehler erneut gemacht wurden (Huntingdon hat sich zwischenzeitlich einem Kreuzzug angeschlossen und in der Ferne das Hier und Jetzt verlernt) als auch sich an die veränderten Umstände angepasst. So will der neue Armeetreiber von John nur gegen Geld, also gegen Sold arbeiten und nicht etwa aus Gehorsam zu diesem; während diesem für seine Untaten gegen die eigenen Landsleute selbst ausländische Mercenaries zweckdienlich sind. Dafür stellt sich hier ausnahmsweise die Kirche gegen die neuen Dekrete, verbal zumindest und spricht ihr Missempfinden aus; später wird man auch aktiv.
Dabei vertraut der in seiner Karriere durchaus erfahren arbeitende und fleißig tätige Gordon Douglas auf der Schnelligkeit der Vorkommnisse und macht nicht etwa viel Vorreden oder auch keine großartigen Versprechen, und man versucht zum Glück auch nicht, sich zum Epos aufzublasen. Dafür fehlen dann doch fast alle Voraussetzungen, was auch die Teilnahme meist älterer Herrschaften in der Riege von Robin und so eher ein Altherrentreffen nochmal kurz vor oder eher schon nach Renteneintritt angeht. Auch die anderen Verwicklungen auf den Seiten der Bösen, die oft nur im Schloß herumstehen und sich beratschlagen, wie gehandelt werden soll und was da draußen im Lande bei ihrem doch so sorgfältig ausgetüftelten Plan – mitsamt einem politischen Verschwörungs- und Intrigenthriller – so alles schiefgeht, treibt nicht wirklich die innere oder äußere Dynamik in die Szenerie. Actionszenen gibt es zwar hier und da, und wird vor allem auch viel und schnell geritten, doch Aufmerksamkeit dadurch erregt man heutzutage damit allein und in dieser besseren Samstagsnachmittag- (oder auch Sonntagvormittags)Matinee sicherlich nicht.