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Mittlerweile dürfte es kaum mehr einen realen Serienmörder geben, über den noch kein Film gedreht wurde. William Bonin, der titelgebende Killer, soll zwischen 1979 und 1980 mindestens 21 junge Männer sexuell missbraucht und anschließend getötet haben. 1996 wurde er durch eine Giftspritze hingerichtet, zu jener Zeit erstmalig in Kalifornien angewandt.
Leider weiß dieser Streifen nicht so recht, auf welche Aspekte er besondere Betonung legen möchte, denn abgesehen von starken darstellerischen Leistungen, vermag die Verpackung einfach nicht zu fesseln.

Bereits der dramaturgisch ungünstige Einstieg verdeutlicht, dass man nicht primär auf ein Katz -und- Maus-Spiel zwischen Killer und Polizei aus ist, denn die Exposition zeigt Bonin in seiner Zelle, die eine Frau betritt, welche endgültige Gewissheit haben will, ob ein ihr nahe stehender Mensch eventuell zu seinen Opfern zählt. Man weiß also von Beginn an, dass der Serientäter geschnappt werden wird und dieser erzählt nun in einer Art Flashback über sein düsteres Treiben. Jedoch ohne Erzählstimme und auch ohne erkennbar tiefgehenden Faden.

Denn weder über nachvollziehbare Motive, noch über den Hintergrund Bonins erfährt man etwas. Lediglich ganz zum Schluss, während eines Verhörs, werden Rahmenbedingungen seiner Kindheit angerissen, die natürlich bei weitem nicht in die Seele eines Serienmörders blicken lassen. Da erscheint es fast wie blanke Ironie, dass ausgerechnet Michael Rooker einen Cop mimt, der mit der Rolle des Henry in „Portrait of a Serial Killer“ bekannt wurde, - denn genau jenen unausweichlich mitreißenden Weg schlägt dieser Streifen nicht ein.

Im Gegenteil. Man steht immer ein wenig außen vor, wenn Bonin mit seinem blauen Van durch die Gegend fährt und zunächst nur Anhalter aufgabelt, sie mit Drogen reichlich gefügig macht und eventuell mal einen killt. Eher legt die Erzählung seinen Fokus darauf, wie Bonin Mittäter ins Boot holt und sie teilweise selbst dazu bringt, einen anderen zu töten.
Wie etwa den stark esoterisch angehauchten Vernon, in dessen Wohnung sich Bonin häufig zurückzieht oder Kyle, der schüchterne Junge mit Beziehungsproblemen, dessen Sexualleben nach einem Mord kaum glaubhaft dargestellt urplötzlich in die Gänge kommt.

Es ist dem Hauptdarsteller Scott Leet zu verdanken, dass jener mit seinem überaus schmierigen Aussehen und einer sehr dominierenden Performance nicht komplett das Interesse des Zuschauers schwinden lässt, denn auf den Punkt: Wirklich spannende Konfrontationen zwischen Täter und Opfer oder auch herbere Gewaltszenen sucht man hier vergeblich.
Auf der Basis eines Täterprofils bietet man inhaltlich hingegen zu wenig. Die Hauptperson wird unzureichend durchleuchtet und auch wenn sein Psychospiel gegen Ende ein wenig Suspense aufkommen lässt, so fiebert man weder mit der Hauptfigur, noch mit einem seiner möglichen Opfer mit, denn man weiß in jeder Hinsicht, wie die Geschichte endet.

Insofern hat man gute Ansätze mit einem wackeligen Drehbuch fast komplett zunichte gemacht. Das Potential sämtlicher Darsteller wirkt dadurch schon beinahe verschenkt und obgleich Ausstattung als auch Handwerk recht solide daherkommen, wird man den Eindruck einer etwas lieblosen TV-Produktion bis zum Schluss nicht los.
Das Resümee klingt zwar abgegriffener als kaum ein anderes, aber – weder Fisch noch Fleisch – trifft hier einfach den Nagel auf den Kopf…
4,5 von 10

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