Arthur Poppington ist ein Gutmensch wie er im Buche steht. Das Schicksal meint es allerdings nicht gut mit ihm. Seine Mutter verließ ihn im Kindesalter, den Vater hat er nie kennengelernt. Und doch reifte er zum Beschützer der Hilflosen und räumt mit lichtscheuem Gesindel rigoros auf. Denn Arthur ist Defendor.
Aus dem ganzen Superheldenwust der letzten Jahre bietet Defendor direkt mal eine Abwechslung. Der heutige Wächter der Nacht ist geistig eher zurückgeblieben, aber mit unerschütterlichem Glauben an seine eigene (nicht vorhandene) Stärke und bietet eine spaßige Mischung aus Darkwing Duck und Mysterion aus South Park. Getragen wird das ganze von einem superb aufgelegten Woody Harrelson, der seinen Defendor ebenso zerbrechlich wie entschlossen spielt und schon ganz allein sein Eintrittsgeld wert ist.
Leider verflacht die Handlung nach starkem Beginn ein wenig. Anfangs durften wir noch Poppingtons kreative Offensivbewaffnung wie Wurfmurmeln, Wespen im Glas Limettensaft in den Augen und ein stümperhaftes Equipment, das Batman nicht umschnallen würde, wenn sein Leben davon abhängt. Sobald die drogensüchtige Prostituierte Kat dazu kommt und ihn systematisch ausnimmt verliert das charmante Konzept deutlich an Originalität. Ein paar naive Weisheiten werden gekloppt und auch der Plot mit Captain Industry und der serbischen Mafia nimmt zuwenig Platz ein.
Schade das man das Konzept nicht konsequent durchgezogen hat. Die Defendor Figur hatte gutes Potential, ohne ihn dabei zur Witzfigur zu degradieren. Netter Film, tolle Darsteller, aber auch deutliche Schwächen.
6/10