Review

kurz angerissen*
erstmals veröffentlicht: 26.12.2012

Motion Capture ist so hässlich wie eh und je. Die Paradoxie, die Realität zu umgehen, um möglichst nah an die Realität heranzukommen, lässt sie tief ins Uncanney Valley wandern und bricht ihr regelmäßig das Genick. Auf seinem Irrweg in den Gärten des zukunftsorientierten CGI-Animationsfilms gelingt Zemeckis mit seinem hässlichen Pinselstrich aber immerhin noch eine bisweilen recht atmosphärische Verfilmung des Dickens-Klassikers, der sich im Vergleich mit manch anderer Verfilmung erstaunlich nah an die Vorlage hält - alleine schon durch die Verortung in die Originalzeit - und dadurch recht konservativ ausfällt, was ja zu einem Weihnachtsfilm, der keine postmodernen Eigenschaften ausweisen soll, gut passt.

Kamerafahrten und Beleuchtung wirken, ein gewisser Ideenreichtum bei der Präsentation der drei Geister ist auch vorhanden und generell gefällt der gerade zu Anfang durchaus grimmige und gar nicht so kindgerechte Ton; der erste Auftritt des Vorboten ist ja regelrechtes Gruselkino. Jim Carrey in der Hauptrolle ist großartig, allerdings merkt man doch gerade an ihm, wie sehr er gegen die Computertechnik ankämpfen muss und wie wenig sie ihn unterstützt. Und da die Charaktere den Ton einer Stimme nun mal nach wie vor nachhaltig bestimmen, bleibt die ganze Zeit über ein bitterer Beigeschmack zurück.

*weitere Informationen: siehe Profil

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