Review

Der Anfang mit dem Rolli-Fahrer im menschenleeren Tokio weiß auf Anhieb zu gefallen. Irgendwie kriegen die Asiaten meist interessant oder ästhetisch strukturierte Bilder hin, selbst bei einem Low Budget Film wie "Fish Story". Im Ganzen betrachtet fällt auf, dass dieser Episodenfilm sehr abwechslungsreich gestaltet ist, dass für jede Episode eine eigene Atmosphäre kreiert wurde, die zu ihr und ihrem Inhalt passt und dem Zuschauer das Eintauchen ins Filmgeschehen erleichtert. Das einzige Episoden-übergreifende Element ist der Titelsong "Fish Story", der immer wieder zu hören ist sowie die Geschehnisse im Plattenladen (die man mit etwas Wohlwollen als Rahmenhandlung des Films bezeichnet könnte.


Die Handlung ist schnell umrissen. Es geht darum wie der Song einer erfolglosen Punk-Band verschiedene Menschen im Laufe der Jahrzehnte beeinflusst und zu Handlungen und Entscheidungen veranlasst hat, die im Jahre 2012 zusammen addiert dazu führen, dass die Welt vor einem Kometen-Einschlag bewahrt wird. Die zeitlichen Stationen von "Fish Story" umfassen die Nachkriegszeit, die Jahre 1975, 1982(?), 2009 und 2012. 

Am besten hat mir in 1982 spielende Episode mit dem Außenseiter-Autofahrer und dem prophetischen Mädchen gefallen, weil sich da angenehme Mischung aus Grusel, Verbrechen und Humanität bemerkbar macht. Toll ist natürlich auch die Episode um die Punk-Band. Im Gegensatz dazu gefiel mir die Weltuntergangs-Sekte und ihre Schiffsentführung nicht besonders, weil etwas überkandidelt (wobei die Kampf-Action auf der Fähre eine nette Abwechslung im sonst eher ruhigen "Fish Story" darstellte).


Das Ende, das Ende, tja... Von der Auflösung und Zusammenführung der einzelnen Episoden habe ich mir ehrlich gesagt mehr versprochen. Simmer ehrlich: Das war kein Knüller-Finale mit Aha-Effekt, sondern eher offensichtlich. Vor allem bleiben am Filmende keine offenen Fragen, über die man nachdenken könnte. Verwunderlich, dass manche User auf IMDB meinen, man müsse den Film zweimal sehen, um ihn zu begreifen. Die waren bestimmt besoffen.


Fazit: Sehr sympathischer und charmanter, abwechslungsreicher Feel Good Film, der Laune macht. Und der Titelsong und seine Entstehungsgeschichte sind schon cool. 

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