Die Pang-Brothers sind weltweit durch den eher durchschnittlichen Geisterhorrorthriller THE EYE in den Fokus geraten. Jedoch schon vorher machten sie in Fankreisen durch den nun vorliegenden Film auf sich aufmerksam.
Thailand, mittlerweile durch die Filme der Pang-Brüder, aber auch NANG-NAK und ONG-BAK immer mehr in den Mittelpunkt des Interesses gerückt hat mit B:D einen beachtlichen Film zu bieten, der jedoch die handelsüblichen Genrekonventionen nicht verlässt und diese höchstens geschickt variiert.
Der Film erinnert an Wong Kar-Wais FALLEN ANGELS oder CHUNGKING EXPRESS. Alles ist sehr stilisiert und die Bildsprache ist virtuos, wenn auch etwas modisch abgenutzt. Pausenlos wechselt das Filmmaterial, es schwankt zwischen s/w und Farbe, Zeitraffer und Slow-Mo, Reißschwenks und Handkamera. Das ist alles recht intensiv, aber auch hinreichend bekannt und erzielt heuer seine Wirkung nur noch bedingt. Auch stören die stereotyp angelegt üblichen coolen Aussenseiterfiguren, die sich natürlich dem Handwerk des Auftragskillers verschrieben haben. Man muss vermuten, dass es in Südostasien mehr Auftragskiller als Sparkassenangestellte gibt.
Nichtsdestotrotz macht B:D durchaus Spass und angesichts der noch sehr kleinen Filmindustrie in Thailand kann man von mehr als einem Achtungserfolg sprechen. Viel mehr ist es dann jedoch wiederum auch nicht.
Vorsicht bei der deutschen DVD. Diese weist zwar Originalton auf, jedoch schlauerweise keine Untertitel, was angesichts wohl nicht so verbreiteter Thai-Kenntnisse innerhalb der BRD als mehr als schlampig zu bezeichnen ist. Die deutsche Synchronisation bewegt sich dann leider auf dem Niveau einer handelsüblichen Pornosynchro: Miese Sprecher, schlechtes Dialogbuch, dumpfer Studioton. Als einzige Extras gibt es dann doch ein paar Trailer für weitere Filme der Firma Highlight. Jedoch nicht für den vorliegenden Film. Sechs, setzen!
Mirco Hölling (14.08.2004)