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Nachdem der Toxic Avenger bereits seinen dritten Filmauftritt hinter sich hatte, entschied man sich bei Troma für den Versuch einen weiteren trashigen Anti-Helden mit Kultcharakter zu entwerfen. Die Idee dafür kam Lloyd Kaufman bereits beim Dreh von „The Toxic Avenger 2“, der ja zum Teil in Japan spielt. Der Einfluss der japanischen Kultur kommt dem verrückten Stil von Troma zu Gute, zumal „Sgt. Kabukiman NYPD“ mit Masaya Nakamura und Tetsu Fujimura zwei Japaner als Ausführende Produzenten tätig waren.

Leider kann der Kabukiman zu keinem Zeitpunkt das gleiche Kultpotenzial entwickeln wie es der Toxic Avenger schaffte, das liegt wohl vordergründig an dem niedrigen Gewaltfaktor und der leichten Überlänge. Mit mehr Blut und einer um ca. 15 Minuten gestrafften Handlung hätte man einen durchweg unterhaltsamen Fun-Splatterfilm. So bleibt eine übermäßig trashige Komödie, die für Troma-Verhältnisse aber einfach zu wenig Geschmacklosigkeiten zu bieten hat. Das der Kabukiman aber doch seine Anhänger gefunden hat, beweist ein großes Repertoire an Merchandise-Artikeln und natürlich die Nebenrolle für den Superhelden in „The Toxic Avenger 4: Citizen Toxie“. Der Humor erinnert ziemlich an den chaotischen Früh-Troma „When Nature Calls“ und ist trotz weniger Perversion genauso abgedreht und schrill wie ihn die Fans haben wollen. Ansonsten ist auch das Produktionsdesign sehr bunt und durchgeknallt, genau so wie das lächerliche Kostüm der Hauptfigur.

Qualitativ erreicht der Film aber auf jeden Fall die ersten beiden Fortsetzungen des Toxic Avengers. Natürlich gibt es nicht mal annähernd so viele Effekte zu sehen wie im zweiten Teil der Reihe, doch „Sgt.Kabukiman NYPD“ ist mindestens genauso gut wie der dritte Teil der Toxie-Reihe. Genug der Vergleiche, für Troma-Fans lohnt sich dieser Film auf jeden Fall, alle anderen sollten wie gewohnt einen Bogen machen. Gesehen haben muss man dieses Werk jedenfalls nicht, ich empfehle die derbere Kost wie sie später in „Tromeo & Julia“ oder auch in „Terror Firmer“ oder „Citizen Toxie“ zuhauf präsentiert wird. Wer es etwas gemäßigter mag und trotzdem nicht auf hirnverbrannten Wahnsinn verzichten mag ist hiermit auf jeden Fall gut beraten.

Knapp über dem Durchschnitt : 5,5 / 10

Fazit: Insgesamt leider nur dürftige 5 Punkte, insgesamt die schwächste Regiearbeit von Kaufmans eigenen Projekten. Allerdings weitaus sehenswerter als diverse andere Produktionen aus dem Dunstkreis des Troma-Teams.

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