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Die Story: Der schäbige, trottelige New Yorker Cop Harry wird von dem Geist des Kabukimans, einer Art Superman aus dem antiken Japan, in Besitz genommen. Mit ziehmlich lächerlichen Fähigkeiten und Waffen (wie z.B. Regenschirm, Fächer und Essstäbchen) und einem Kimono ausgestattet, macht er sich nun (stark geschminkt) dran die Verbrecher von den Straßen zu fegen.

"Sgt. Kabukiman" ist wohl einer der gesellschaftsfähigsten, wenn auch nicht unbedingt familiengerechtesten Filme, die jemals das Hause Troma verlassen haben (die Story ist aber auch hier Bockmist hoch neun).
Dies ist so, weil hier fast ausschließlich auf kruden Splatter und schmuddelige Sex-Szenen verzichtet wird.
"Ohh, schade!" wird jetzt der eine oder andere denken, der "Toxic Avanger", "Tromeo & Julia" oder "Frostbiter" noch gut im Hinterkopf hat. Meiner Meinung nach zurecht.

Zunächst einmal muss man ja schon einen, ich möchte nicht sagen fehlgeleiteten, aber schon irgendwie sehr abstrakten Sinn für Humor haben, um die Filme von Troma gut zu finden. Ich nenne diesen Humor immer gern "Debilo-Humor". Für diesen Humor wird man wahrscheinlich schon desöfteren angewiderte oder missachtende Blicke von seinen Mitmenschen zugeworfen gekriegt haben.
Tja, und "Sgt. Kabukiman" ist nun eine Komödie, eine Trash-Komödie billigster Machart um genauer zu sein, mit eben diesem Humor.

Wirklich zündende Gags findet man hier zwar auch nur sehr vereinzelt, aber die meisten Witze sind einfach so bescheuert, dass sie einfach schon wieder gut sind. Darüber hinaus labern die Charaktere Scheiße am laufenden Band, was auch sehr zur Ermunterung beiträgt. Dazu noch ein ordentliche Priese 80er-Jahre-Flair und fertig ist eine Trash-Komödie mit deftig viel unfreiwilligem Humor.
Einige kultige Ideen muss man dem Streifen also schon zu Gute halten. Folgende Charaktere warten hier neben dem Helden im Morgenmantel u.a. noch auf den Zuschauer:
ein Gangster, der die ganze Zeit eine alberne blonde Perücke aufhat,
ein Polizeichef, der ständig an dem Fall seiner verschwundenen Hemden arbeitet,
ein Priester, der der Kirchengemeinde die Standorte seiner Dealer zuflüstert,
ein spechender Affe und und und .....
Sehr gelungen sind auch die Szenenübergänge, bei denen ganz im Stil der alten Batman-Folgen der Kopf des Superhelden wirbelt.
Das hört sich jetzt so an, als würde der Film nie langweilig werden, ..... das Gegenteil ist aber leider der Fall! Phasenweise passiert hier nämlich oft garnix.

Der Gewaltanteil ist wie bereits erwähnt ja sehr gering gehalten. Lediglich am Anfang spritzt der rote Saft bei einigen Schießereien und bei einer Szene, in der ein Typ mit einem Säbel durchbohrt wird (blutigste Szene des Films).
Darüber hinaus spart der Film aber auch sehr an Action-Szenen. Die einzige Action besteht aus den leider viel zu wenigen, harmlosen Kämpfen des Kabukimans gegen irgendwelche Bösewichte.

Ich fasse also zusammen: "Sgt. Kabukiman" ist eine langweilige, teils witzige, aber actionarme Trash-Komödie mit vielen billigen Effekten und Einfällen, aber mit sehr wenig Blut.

Die Figur des Kabukiman ist aber irgendwie schon recht kultig, wenn auch extrem lächerlich und bescheuert. Vielleicht macht aber genau diese Stumpfsinnigkeit den Reiz aus.
Im Endeffekt: Ein Held, den die Welt nicht braucht. Die Trash-Gemeinde kann ihn dafür umso besser brauchen.

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