Review

Los Angeles irgendwann in der Zukunft. Die Strassen sind von hungrigen Zombies bevölkert, die den wenigen Überlebenden nach dem Leben trachten. 

Zu Anfang des Films rettet Heather (Michelle Rose) den kleinen Jungen Marcus (Xavier Jones) vor einer Meute Zombies. Viel später muss sie feststellen, dass Marcus etwas viel schlimmeres als die Zombies, aber dennoch ein ungewöhnlicher Partner im Kampf gegen die Zombies ist. 

Währenddessen lebt das Ehepaar Dean (Jay Costello) und Dana (Alisha Gaddis) in seiner Wohnung verbarrikadiert. Dean beschäftigt sich nur mit seinem PC und ignoriert die Ängste seiner Frau. Als er eines Tages seinen PC aufrüstet, beginnt dieser ein Eigenleben zu entwickeln, denn trotz zusammengebrochener Stromversorgung läuft der Rechner.... 

Ebenfalls von Zombies in ihrer Wohnung eingeschlossen ist das schwarze Ehepaar Stan und Stellie. Von Hunger gertrieben macht sich Stan auf um draussen nach Nahrung zu suchen. Zurück kommt er mit Nathalie (Annemarie Pazmino), deren Blut ihm und seiner Frau als Nahrung dienen soll... 

Soviel zur Handlung von "Edges Of Darkness" der beiden jungen Regisseure Blaine Cade und Jason Horton. Eines muß man hier aber noch erwähnen. Die drei genannten Handlungsstränge verbinden sich im Lauf der Spielzeit nicht miteinander zu einer Story!
Vielmehr laufen diese drei Episoden im Prinzip voneinander unabhängig ab, womit wir schon bei einem großen Problem des ganzen Streifens angekommen wären. 

Episodenfilme auch aus dem Horror-Genre, wie z.B. Creepshow", laufen normalerweise so ab, dass die einzelnen Episoden nacheinander erzählt werden. "Edges of Darkness" geht hier einen anderen Weg. Die drei Teilstories werden vielmehr parallel zueinander, stückchenweise erzählt. Also z.B. Einstieg mit der Zombie-Rettungsaktion durch Heather, dann Schnitt und wir befinden uns im Wohnzimmer von Dale, der vor seinem Rechner sitzt usw. usw. 

Diese Art der Inszenierung führte bei mir dazu, ständig darauf zu warten, dass sich die verschiedenen Storyteile endlich zu einem harmonischen ganzen zusammenfinden würden, was natürlich nicht geschah.
Im Falle von Projekten mit mehr qualitativer und inhaltlicher Substanz funktioniert ein solches Vorgehen durchaus, hier aber werden genau diese Mängel nur noch unterstrichen. 

Da wären mal die recht unterschiedlich gelagerten Teilstories und deren größtenteils als mangelhaft zu bezeichnender Spannungsbogen.
Während der Action-Anteil eindeutig um Heather angelegt ist, liegt der spannungstechnische Schwerpunkt auf dem "Vampir-Teil". Diese beiden Teile des Films sorgen in erster Linie dafür, dass der Zuschauer sich den Film überhaupt bis zum Ende anschaut. 

Würde man den Heather-Part komplett aneinanderreihen, wäre dieser ca. 25 Minuten lang,  nicht unbedingt straff erzählt, hätte aber im Rahmen einer Low-Budget-Produktion eine ordentliche Menge an Action und Blut zu bieten. Ausserdem gibt es eine nette storytechnische Überraschung in Form der Rolle des Jungen und ist damit sozusagen das "Schmuckstück" des Films. 

Der Vampir-Teil hat auch seine Qualitäten, welche allerdings weniger auf Action und Blut ausgerichtet sind. Vielmehr lebt hier alles von der Spannung und den Fragen nach den Hintergründen. Sind die Eheleute nun Vampire? Was hat sie dazu gemacht? Und was ist dann Nathalie? Wie gesagt, aus diesen Fragen ergibt sich trotz vieler Längen eine gewisse Spannung, die diesen Teil des Films auch noch ganz passabel wirken lässt.  

Der letzte Teil unseres Films steht unter dem Motto "Langeweile-pur". Die Storyline ist extrem vorhersehbar und unspektakulär, erinnert inhaltlich an unzählige TV-Serien-Episoden aus den letzten 50 Jahren, die allesamt besser inszeniert waren. 

Kommen wir aber wieder zum Anfang zurück. Wären diese Episoden nacheinander erzählt worden, wären die spannungstechnischen Durchhänger nicht so sehr aufgefallen. Die klassischen Episodenfilme wiesen immer eine Episode auf, die schwächer war als der Rest. Damit hätte man sich als Zuschauer abfinden können.
Hier jedoch kommen durch die Mischung die Durchhänger der besseren Episoden mit der komplett missratenen letzten Episode zusammen, was dazu führt, dass der ganze Streifen nach einem guten Start grösstenteils langweilt und erst gegen Ende wieder etwas an Fahrt gewinnt. 

Betrachtet man nun noch den finanziellen Hintergrund und die damit verbundenen, kaum vorhandenen Möglichkeiten, dann dürfte klar sein, was einen hier sonst noch erwartet. 

Langweilige Locations, teilweise billige Effekte, mässig bis passabel aufspielende Darsteller/innen, dürftige Dialoge, technische Mängel usw. usw. 

"Edges Of Darkness" bietet natürlich all dies und mehr und reiht sich damit auch nahtlos in die Reihe unzähliger Low-Budget-Produktionen ein, die von enthusiastischen Horror-Freaks überall rund um den Erdball jährlich heruntergekurbelt werden, in der Hoffnung womöglich der nächste Romero zu werden.
Normalerweise kommt dabei praktisch gar nichts zustande, in diesem Fall sind aber zumindest einige interessante Story-Ansätze zu sehen, die vielleicht dazu führen vom einen oder anderen der hier beteiligten in der Zukunft wieder zu sehen oder zu hören. 

Fazit: Zu Low-Budget Horror-Produktionen braucht man denke ich nichts mehr zu schreiben. Die Rahmenbedingungen dürften klar sein. Dennoch bietet "Edges Of Darkness" einige ganz ordentliche Ansätze in Bezug auf Teile der Handlung, was diese Produktion etwas über das in solchen Fällen vorherrschende Normalmaß hebt.

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