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Irgendwo in Osteuropa entführen Terroristen die Kinder des Staatspräsidenten und verschanzen sich in den Ruinen von Tschernobyl. Ihre Forderung ist die Freilassung von ca. 200 Gleichgesinnten aus den staatlichen Gefängnissen.
Im Falle der Nichterfüllung ihrer Forderungen drohen sie mit der Freisetzung radioaktiver Strahlung sowie der Ermordung der Geiseln. 

Nachdem sich herausstellt, dass ein mysteriöser Kämpfer (Andrei Arlovski) auf Seiten der Terroristen steht, wird dieser als Next Generation UniSol identifiziert, der zusammen mit einem abtrünnigen US-Wissenschaftler seit einiger Zeit untergetaucht war. 

Ein Kommando aus regulären Soldaten und vier UniSols startet dann einen Befreiungsversuch, der allerdings an der Next-Gen Kampfmaschine scheitert. Die Armee sieht sich dazu gezwungen, ihr letztes As auszuspielen. Luc Deveraux (Jean-Claude Van Damme), letzter verbliebender Universal Soldier der ersten Generation, soll reaktiviert werden. 

Deveraux jedoch befindet sich seit zwei Jahren in psychologischer Behandlung um sein Aggressionspotenzial unter Kontrolle zu bekommen. Nicht die besten Voraussetzungen also um in den Kampf zu ziehen... 

Trotzdem peppt ihn das Militär mittels jeder Menge an Chemie halbwegs auf und Deveraux trift im Laufe seines Kampfeinsatzes sogar auf einen Klon seines alten Widersachers Andrew Scott (Dolph Lundgren). 

Was sagt man dazu, Van Damme und Lundgren zusammen in einem Film! Vor ca. 16 Jahren wäre das noch ein großes Ding gewesen, heute ist es nur noch der Ausdruck des puren finanziellen und filmischen Überlebenskampfs zweier in die Jahre gekommener Ex-Action-Stars. 

Van Damme, dessen Karriere schon seit fast 13 Jahren nur noch bergab geht, und Lundgren, der eigentlich nie wirklich in der ersten Reihe der Action-Stars stand, sind beide in den letzten Jahren ausgewiesene Osteuropa-Kenner geworden. Dies liegt daran, dass beide sich dort ihr "schauspielerisches" Gnadenbrot in einer Unzahl billig produzierter Action-Filme verdienen. 

Filme, die hierzulande nie das Licht einer Kinoleinwand erblicken und praktisch ausschliesslich in Videotheken zu finden sind, wo Leute wie ich die Streifen aus purer Nostalgie oder auch Mitleid ausleihen.  

Keiner dieser Filme konnte an frühere Highlights wie "Sudden Death", "Universal Soldier", "Hard Target" oder auch "Bloodsport" anknüpfen, die Stars wurden alt und sahen müde aus, die Stories waren so dürftig wie das zur Verfügung stehende Budget und trotzdem muß man den beiden alten Kämpen bescheinigen, dass sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten versucht haben nicht zur völligen Lachnummer wie z.B. Steven Seagal zu verkommen. 

Und nun liegt also "Universal Soldier: Regeneration" vor. Auf den ersten Blick erscheint das Ganze natürlich als ein verzweifelter Versuch zurück auf die Erfolgsschiene zu kommen indem man an den gemeinsamen Erfolgsstreifen aus dem Jahre 1993 anzuknüpfen versucht. 
In Anbetracht dessen und der Tatsache, dass der Dolph-Lundgren-Charakter am Ende des ersten Teil den Löffel abgab, hatte ich so meine Bedenken... 

Bereits während der Vorspann lief fiel mir ins Auge, dass Andrei Arlovski hier vor Van Damme und Lundgren als Darsteller gelistet wurde. Schlechtes Zeichen, dachte ich. Vor allem aber, wer zum Geier ist das eigentlich??? 

Schon nach kürzester Zeit war mir klar, wer Arlovski war und dass der Streifen wieder einmal irgendwo im finstersten Osteuropa angesiedelt war und dort auch gleich gedreht wurde. 

Überraschend war hingegen, dass die anfängliche Entführung der Kinder actionmässig wirklich ganz ordentlich inszeniert und eingefangen wurde.

Überraschung!! Wie geht das denn in einem solchen Billig-Film? 

Die Antwort sitzt auf dem Regiestuhl und hört auf den Namen John Hyams!? Nicht das mir der Name geläufig gewesen wäre, aber wenn man etwas recherchiert, dann stellt man fest, dass John der Sohn von Peter ist und Peter dem Sohnemann etwas unter die Arme gegriffen hat, in dem er hier den Job des Kameramanns übernahm.
Peter Hyams, seines Zeichens Regisseur und Kameramann, in einem solchen Billig-Produkt anzutreffen überraschte mich dann umso mehr. Gut, der Mann ist ein wahrhaft mittelmässiger Regisseur, aber seine Kameraarbeit hebt Produktionen wie diese gleich um eine bis zwei Qualitätsstufen an. 

So bekommen wir im weiteren Verlauf der Handlung zwar die üblichen alten Fabriken zu sehen, in denen derlei Filme die in Osteuropa gedreht werden nahezu immer angesiedelt sind, Hyams Senior verpasst dem Streifen aber dennoch einen durchgängig düsteren, rauhen Look, der optisch recht ansehnlich wirkt. 

Das Drehbuch reisst zwar keine Bäume aus, ist aber ganz passabel geraten. Die Charaktere sind so platt angelegt, dass man sie problemlos unter jeder Türe hindurchschieben könnte, die Logik bleibt aber größtenteils gewahrt und die Handlung verläuft ohne große Hänger zielstrebig und durchaus unterhaltsam. Angemerkt sei hier noch, dass wir es hier mit einem Action-Film zu tun haben und die Anforderungen dementsprechend sind. 

Die Action ist hier zwar nahezu permanent vorhanden, kann aber nicht immer überzeugen. Das mangelnde Budget schlägt sich in Form wenig spektakulärer Explosionen usw.  recht deutlich nieder und auch unsere Stars sind mittlerweile in einem Alter, in dem man nicht mehr so ohne weiteres blitzschnell eine handvoll Gegner niederknüppelt und wirken in manchen Szenen durchaus etwas langsam. Dies gilt wohlgemerkt für Lundgren und Van Damme, Arlovski ist denen gegenüber realtiv jung und darf in seinen Kampfszenen ordentlich loslegen. 

Kommen wir noch zu den Darstellern. In Action-Filmen ist schauspielerisches Können ja eindeutig weniger gefordert als physische Präsenz. Die beiden Zugpferde können ob ihres Alters in dieser Hinsicht nur bedingt mithalten und werden in einigen Szenen auch unübersehbar gedoubelt. Arlovski hingegen kommt hier ganz gut weg. Etwas überraschend waren hier einige der total unbekannten Nebendarsteller/innen, die in ihren kurzen Auftritten teilweise ganz gut agierten. 

Fazit: "Universal Soldier: Regeneration" ist weder für Van Damme noch Lundgren der entscheidende Schritt zurück ins filmische Rampenlicht geworden. Dennoch aber ein großer Schritt heraus aus der dunklen Billig-Film-Zone, in der beide die letzten zehn Jahre über gedreht haben. Auch wenn sich der Streifen in keinster Weise mit Hollywood-Niveau messen lassen kann, unterhält er gut und setzte nebenbei noch gewisse Maßstäbe für in Osteuropa gedrehte "Billig-Streifen".

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