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Vor achtzehn Jahren standen Jean-Claude Van Damme (Harte Ziele, Geballte Ladung) und Dolph Lundgren (Dark Angel, Showdown in Little Tokyo) das erste Mal zusammen vor der Kamera. Unter dem deutschen Regisseur Roland Emmerich entstand ein erfolgreiches Actionspektakel, welches sechs Jahre später eine brauchbare Fortsetzung fand, leider ohne Lundgren. Nun geht es mit "Universal Soldier: Regeneration" in die letzte Runde, wobei Van Damme und Lundgren hier als eigentliche Zugpferde funktionieren und vor allem den nostalgischen Actionfan anlocken. Trotzdem ist zu Recht Skepsis angesagt, es handelt sich hierbei "nur" um ein DTV-Sequel, welches zudem noch im mittlerweile verhassten Ostblock gedreht wurde. Nimmt man schließlich Drehbuchautor Victor Ostrovsky unter die Lupe, ahnt man ebenfalls nichts Gutes, denn der Mann ist ein blutiger Anfänger. Dennoch müssen solche Vorzeichen nicht unbedingt etwas zu heißen haben, auch Regiesseur John Hyams (The Smashing Machine, Fight Day) hat sich bisher nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert und liefert hier eine absolut schnörkellose Leistung, sicher auch tatkräftig unterstützt von Vater Peter Hyams, der sich hier für die Kamera verantwortlich zeigt. Als Fan der beiden Vorgänger (die nicht viel taugenden indirekten TV-Fortsetzungen lasse ich aus) muss man kleinere Abstriche hinnehmen, doch im Endeffekt kann sich "Universal Soldier: Regenration" komplett sehen lassen.

Commander Topov (Zahary Baharov) besetzt mit seinen Schergen Tschernobyl und verlangt die Freilassung von zahlreichen politischen Gefangenen. Drei Tage hat die Regierung Zeit, dann wird eine Bombe gezündet mit größerer Wirkung als eine Atombombe. Desweiteren hat Topov die Kinder des Staatsoberhauptes gekidnappt. Man schickt eine Spezialeinheit, die zur Verstärkung einige UniSols dabei haben, doch die Terroristen haben mit der neuartigen NGU-Einheit (Andrei Arlovski) ein Ass im Ärmel. Die Mission scheitert, nun gibt es noch einen letzten Strohhalm in Form von Luc Deveraux (Jean-Claude Van Damme). Dr. Flemming (Emily Joyce) versucht ihn gerade wieder in die Gesellschaft einzugliedern, doch nun muss er für seinen letzten Einsatz regeneriert werden. Doch auf seiner gefährlichen Mission sieht er sich bald einem unerwarteten Feind gegenüber stehen, denn Andrew Scott (Dolph Lundgren) ist auch zugegen.

Der Plot dient mehr oder minder als Alibi und Rechtfertigung für die brutalen und zahlreichen Actionszenen. Mit Commander Topov haben wir nicht nur einen Bösewicht, sondern er hat mit Dr. Porter (Garry Cooper) einen Verbündeten, welcher an der Entwicklung der NGU-Einheiten beteiligt war. Außerdem hält sich Porter den UniSol Andrew Scott als eine Art Rückversicherung. So erpresst man die Regierung mit einer zweiten nuklearen Katastrophe in Tschernobyl und damit das Ganze intensiver wirkt, hat man gleich die beiden Kinder des Staatsoberhauptes entführt. Es ist und bleibt eine simple Geschichte die völlig ohne Wendungen auskommt, dafür aber in hohem Tempo erzählt wird. Schon der turbulente Auftakt hebt sich erfreulich von gängiger B-Action ab, hier liefert man sich eine bleihaltige Verfolgungsjagd mit der Polizei. Das Vater-Sohn Gespann Hyams liefert hier eine erstklassige Leistung, auf Stilmittel wird komplett verzichtet. "Universal Soldier: Regeneration" ist altmodisch eingefangenes Actionkino und auch ohne die nervige Handkamera fühlt man sich oft mitten ins Geschehen versetzt. Einen kleinen Wehrmutstropfen stellt der etwas monotone Look da, der Großteil des Films spielt sich auf einem großen Industriegelände ab. Dank seiner horenten Erfahrung weiß Peter Hyams dem einiges entgegen zu setzen. Dennoch Ostblock bleibt eben Ostblock, diesen drögen Look kann der beste Handwerker nicht kaschieren. Trotzdem wurde optisch das Maximum herausgeholt.

Die erste Geige spielt hier immer noch die Action und hier wurde dementsprechend der Großteil des Budgets investiert. Es wird geschossen und gleichermaßen gefightet, beide Elemente haben gute Choreographien zu bieten. Der Härtegrad ist teilweise enorm, besonders wenn sich die schier unbesiegbare NGU-Einheit um die vier unterlegenen UniSols kümmert. Man muss sich eine Weile gedulden, bis Deveraux ins Geschehen eingreift, der in einer Klinik in der Schweiz von Dr. Flemming behandelt wird. Auch Andrew Scott spielt eine verhältnismäßig kleine Rolle, bei der sogar menschliche Gefühle ins Spiel kommen. Genauso bei Deveraux der den Spagat zwischen Mensch und Maschine darstellt und für den Einsatz erst wieder mit dementsprechenden Mitteln aufgeputscht wird. Und besonders das letzte Drittel lässt das Herz des Actionfans kräftig pumpen, denn besser spät als nie wird Deveraux als letzte Hoffnung in den Kampf geschickt. Mit Schusswaffen oder dem Messer werden zahlreiche Gegner ausgeschaltet, doch das eindeutige Highlight ist der Fight zwischen Deveraux und Scott. Van Damme und Lundgren präsentieren sich für ihr Alter in Topform, immer noch sind spektakuläre Moves im Spiel. Und weil das noch nicht genug war, darf Deveraux auch noch gegen die NGU-Einheit antreten, jedoch kommt das Ende dann ein wenig abrupt. Jedenfalls haben Jean-Claude Van Damme und Dolph Lundgren etwas gemeinsam, sie versuchen sich hier beide auch als Schauspieler und die dabei aufkommende Tragik und Gefühle wirken nicht aufgesetzt. Eine respektable Leistung, von der Andrei Arlovski Dimensionen entfernt ist.

Nach Sichtung darf man aufatmen, das Gipfeltreffen zweier Action-Ikonen ist durchweg gelungen, was größtenteils an der fantastischen Arbeit von Sohn und Papa Hyams liegt. Da sieht man gerne über die platte Story und den etwas drögen Look hinweg, denn die Action stimmt. Es wird verfolgt, in die Luft gesprengt, gekämpft und geschossen, dass es eine wahre Freude ist. Mit Brutalitäten wird nicht gegeizt und CGI wird so gut wie ganz ausgegrenzt. Lundgren und Van Damme ringen sich eine tolle Leistung ab. Hierfür gibt es verdient gute 7 Punkte.

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