Review

Spontan fallen mir drei Filme ein, die ich bei der Erstbesichtigung total schlecht fand und froh war, dass ich dann doch noch mal einen zweiten Blick (manchmal erst Jahre später) riskiert habe. Das wären "Resident Evil", "Pitch Black - Planet der Finsternis" und auch "Universal Soldier III".

Bei allen scheiterte es nur an einer Sache: An meinen eigenen Erwartungshaltungen. Als damaliger Resident Evil-Hardcorezocker war ich von der Umsetzung total enttäuscht - mittlerweile sehe ich ihn als einigermaßen unterhaltsamen Zombiebeitrag. Vin Diesels Teil sah ich damals sogar noch im Kino. Naja, ich wusste nicht was ich überhaupt erwartet habe, aber auf jeden Fall war ich mächtig angepisst. Es hat wohl an der Optik gelegen, mit der ich in meiner jungendlichen Leichtigkeit nicht klar gekommen bin. Heute zählt Pitch Black zu meinen Lieblingen im Science Fiction-Genre. Und bei dem Film mit den UniSols hab ich eine geballte Ladung Van Damme und Lundgren erwartet - was natürlich in die Hose ging.
Denn beide spielen eine untergeordnete Rolle und dürfen erst als "zweite Garnitur" einschreiten, nachdem die Geschehnisse für Gut und Böse nicht so verlaufen, wie sie sollen. Wenn man das akzeptieren kann, steht dem Actionvergnügen, dass auch äußerst blutig (Grüße an dieser Stelle gehen an Sly für sein Expendables2-Vorhaben) geraten ist, nichts mehr im Weg.

Terroristen besetzen das stillgelegte Tschernobyl-Kernkraftwerk und fordern die Freilassung von über hundert Artgenossen. Sollten die Forderungen nicht erfüllt werden, würden sie den dritten Reaktor sprengen und somit einen Supergau verursachen. Zudem haben sie die Technologie der neusten Generation der UniSols, die sie vor feindlichen Angriffen schützen sollen. Sämtliche Versuche, das Gelände zu stürmen, scheitern und man reaktiviert Luc Deveraux (JCVD).

Schon die Einleitung ist Zucker und man spürt sofort, dass ordentliche Handwerker am rumwerkeln sind. Was mich etwas vor den Kopf gestoßen hat, ist, dass man den unglaublich schlechten zweiten Teil komplett ignorriert hat und Luc Deveraux wieder eine vor sich hinsabbelnde Leiche ist. Nix ist hier mit Familienvater, der normal lebt und auch gerne Witze reißt. Luc frisst Tabletten, um Körper und Gehirn wieder halbwegs in Ordnung zubringen, damit es auch mal wieder zum Schuhe binden reicht. Das tut "Regeneration" gut, ist aber mit der Logik schwer verdaulich.
Den Bad Ass-UniSol darf Andrei Arlovski mimen - und keine Ahnung wo man diese Bestie ausgegraben hat, aber er spielt seine Rolle verdammt gut und zerlegt einen Gegner nach dem anderen. Während Luc also in der Reha sitzt, bekommt der Zuschauer astreines Dauergeballer geboten, in dem die Marines sauber zerlegt werden.
Etwas enttäuschend ist die Rolle von Lundgren ausgefallen. Nicht nur, dass sie äußerst kurz ausgefallen ist, Lundgren bietet auch nicht die beste Optik und sieht deutlich gealtert aus. Mit seiner psychichen Präsenz in "The Expendables" nicht zu vergleichen und eine Spritze Botox mehr wäre hier die bessere Lösung gewesen.
 
Aber was mecker ich groß rum. "Universal Soldier: Regeneration" ist ein äußerst blutiger und unterhaltsamer Action-Streifen geworden und wird Genre-Fans glücklich machen, wenn man damit klar kommt, dass unsere beiden Opas Van Damme und Lundgren weniger Spielzeit bekommen, wie jeder erwartet. Für diese kleine Mogelpackung gibt es minimale Punktabzüge.

8/10

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