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Irgendwo in den Wäldern von Baltimore geht ein Raumschiff mit drei monströsen Kreaturen an Bord nieder, die als zoologische Exemplare von einer Alien-Rasse von überall im Weltall eingesammelt wurden und zu Studienzwecken auf deren Heimatplaneten gebracht werden sollten. Nun streifen die Ungeheuer dummerweise in der Umgebung eines kleinen Kaffs umher und attackieren die Einwohner, weswegen es bald schon zu ersten seltsamen Todesfällen kommt, denn die Opfer scheinen wie von wilden Bestien zerfetzt oder bis zur Unkenntlichkeit dehydriert zu sein. Ehe Sheriff Cinder überhaupt ahnt, was hier vor sich geht, taucht auch schon der seltsame Forscher Ben Zachary auf, der genau weiß, wie er den Außerirdischen Feuer unterm Hintern machen muss... "The Alien Factor" ist Don Dohlers früher Trockenlauf für seine späteren, bekannteren Sci-Fi-Knaller "Night Beast - Terror aus dem Weltall" und "The Galaxy Invader", mit dem dieser zum ersten Mal seine fast schon nach klassischer Monsterfilm-Manier zugeschnittene Lieblings-Storyline von den notgelandeten Aliens, die auf der Erde für allerlei Trubel sorgen, als unterbelichtetes Quasi-Amateurfilmchen aufkocht. Der Charme der Angelegenheit ergibt sich dabei wie so oft daraus, dass hier ein weitestgehend untalentierter Regie-Zwerg an der ambitionierten Umsetzung eines - zumindest aus filmtechnischer Sicht - recht anspruchsvollen Stoffes versucht, der da nach einem Maß an Action und Spezial-Effekten verlangt, das die eigenen Möglichkeiten weit übersteigt... und sich dabei natürlich kräftig verhebt, ohne das so richtig zu realisieren. So entstehen die schönsten B(ad)-Movies! Schade nur, dass Dohler die Nummer nicht ohne Durchhänger durchgezogen hat: Während nämlich die Auftritte der Monster (mit zwei witzigen Kostümen und einer Stop-Motion-Kreation im Finale!) herzallerliebst geraten sind, ist das ganze Drumherum aber leider doch nur tödlich langweilig... seien es nun die ebenso ausschweifenden wie unsinnigen Dialog-Passagen, die den Knallchargen vor der Kamera sichtlich so einige Mühe bereiten, oder der Auftritt einer Bar-Band, der da zur Streckung der Laufzeit komplett abgefilmt wird (immerhin: die Musiker sind gar nicht übel an ihren Instrumenten und sorgen zumindest für einen kurzen Anflug von Kompetenz). Nun ja, wo Licht ist, ist auch Schatten, aber zumindest für abgehärtete Allesseher und Fans von hartem Trash ist "The Alien Factor" als Dohler'scher Love-Letter an die Science-Fiction-Filmchen der 50er Jahre auch heutzutage immer noch einen Blick wert... wenn auch notfalls nur im schnellen Vorlauf, um die Szenen mit den Aliens abzuchecken...

4/10

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