Review

Wenn wir alle gängigen Teenie-Slasher unter dem Begriff „American Psycho“ verwalten würden, hätten wir wohl bereits eine etwa fünfstellige Anzahl von Filmen im Archiv.
Was soll´s, dachten sich die Macher dieses Etikettenschwindels und kredenzten eine reichlich vorhersehbare Campus-Killer-Story.
Und um vom großen Kuchen des Originals ein Stückchen mitzubekommen, setzt man einfach eine „2“ dahinter.
Immerhin taucht Patrick Bateman noch mal auf, aber eher als loser Flicken innerhalb einer urbanen Legende, sozusagen als Rechtfertigung.

Denn wenn es nach diesem Drehbuch geht, ist Bateman damals von Kind Rachel umgelegt worden. Mittlerweile ist Kind Rachel (Mila Kunis) eine Studentin an einer Uni in Washington und hofft auf die Assistentenstelle an der Seite von Prof. Starkman (William Shatner), um als erfolgreiche Profilerin möglichst schnell beim FBI zu landen.
Konkurrenten, Mitbewerber und sonstige Störenfriede werden dabei ausgeschaltet – per Mord versteht sich – als erfolgreiche Profilerin sollte man schließlich auch praktische Erfahrungen mitbringen.

So geht Rachel von Beginn an richtig unlogisch vor und erschlägt Shatners Sekretärin mit einem Bilderrahmen. Eine andere Sekretärin hätte ihr zwar die gleichen Voraussetzungen für die Assistentenstelle verklickert, aber der Frust muss raus.
Dann sind nach und nach Rachels Mitstreiter um den begehrten Posten dran und der Zuschauer ahnt Minuten im Voraus den Verlauf.

Da sind zwar ein paar bissige Kommentare Rachels im Off noch ganz erfrischend und auch die lustige, comicartige Westernmelodie, die die Morde einläutert ganz lieb, aber die Taten selbst sind auf ganzer Linie enttäuschend.
Wenn das Strangulieren mit einem Kondom bereits den Höhepunkt an Ideenreichtum darstellt, ist der Rest nur eine Frage, wie man die Taten ungeschickt ausblendet, so dass im nächsten Moment Leichen zu sehen sind und nicht weiß warum.

Ideenlos verläuft auch der Rest der Geschichte. Die wenigen Figuren stehen alle in irgendeinem Zusammenhang, es gibt noch einen Psychologen, Polizisten, Eltern von Rachel, die die Laufzeit strecken, einen auffälligen Kellner, der dennoch keine besondere Funktion hat, und letztlich einen lustlosen William Shatner, der sich durch die Vorlesungen moppelt.

Mila Kunis ist zwar eine Augenweide, aber ihr darstellerisches Talent beschränkt sich auf zwei Gesichtsausdrücke: Erotisch gucken und gucken ohne Gefühlsregung.
Das macht sie immerhin so gut, dass es nicht gänzlich langweilig wird.
Zumindest nimmt man ihr die Kaltschnäuzigkeit ab, auch wenn das Drehbuch hierfür keine wirklichen Motive liefert, ebenso wenig einen glaubhaften Bezug zum ersten Teil aufweisen kann. Das Verschwinden der Opfer wird auch nicht näher hinterfragt und das grenzdebile Ende reiht sich lückenlos in die Fantasielosigkeit des Drehbuchs ein.

Sicherlich gibt es schlechtere Campus-Slasher, doch ein Highlight stellt „American Psycho 2“ gewiss nicht dar.
Mit etwas mehr Blutgehalt und raffinierteren Morden wäre sicherlich mehr drin gewesen, so bleibt nur eine ansprechende Mila Kunis, deren Off-Kommentare noch einen kleinen Lichtblick darstellen.
Und dass man den ollen Shatner nicht mehr groß spielen lässt, dürfte einem spätestens nach dieser blamablen Vorstellung einleuchten.
Selten spannend, selten witzig und nur für das „Zehn-kleine-Negerlein-Spiel“-Fetischisten zu empfehlen.
Knapp
4 von 10

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