„American Psycho II: All American Girl“ ist ein total überflüssiges direct to video Sequel.
Mit der Eröffnung wird die einzige Brücke zu der Figur des wahren „American Psycho“ Patrick Bateman geschlagen. Dieser hält die kleine Rachael Newman und ihre Babysitterin gefangen. Als er beginnt die Babysitterin zu verhackstücken, kann sich die gefesselte Rachael befreien und setzt seinem Treiben via Eispickel ein Ende. Schon bei dem Gedanken an ein derart banales Ende Batemans beginnt der Kotzreiz bei jedem Fan des Buches und dann ist das alles auch noch schlecht gemacht. Z.B. ist klar, warum Batemans Gesicht nie zu sehen ist: Christian Bale war sich einfach zu schade für diesen Scheiß.
Jahre später ist Rachael (Mila Kunis) eine18jährige Studentin, die mit allen Mitteln neue Profilerin beim FBI werden will. Hierzu hat sie sich ihrem Weg zu einem renommierten College erarbeitet, wo sie gut genug sein muss, um die neue Assistentin von Professor Robert 'Bobby' Starkman (William Shatner) zu werden. Doch es gibt Konkurrenz. Mit dem College-Szeanrio schlägt „American Psycho II“ eine ganz andere Richtung als das Original ein und auch in der Idee her, sind beide Geschichten unterschiedlich.
Rachael ist erbittert ehrgeizig und schreckt bei der Ausschaltung von Hindernissen vor keinem Mittel zurück – was auch Mord mit einschließt. Zuerst wird eine zickige Sekretärin, die ihre Bewerbung ablehnt mit der eigenen Mitarbeiter des Monats Urkunde aus Metall erschlagen, doch bald geht es munter weiter...
Um „American Psycho II“ zu beschreiben, reicht ein Wort: Langeweile. Die Handlung des Films wird gänzlich spannungsfrei heruntergespult, fast jede Wendung ist so vorsehbar wie das nächte Mordopfer und lediglich Mila Kunis als hübsche und extrem gelassene Killerbraut kann halbwegs überzeugen. Hinzu kommen Logiklücken für die Drehbuchautor Schläge verdient. Da wird ein Opfer mitten in der Bücherei niedergemetzelt und erst Tage später zum dramaturgisch richtigen Zeitpunkt gefunden. Auch das vermeintliche fiese Ende hat man schon in zig anderen Filmen vorher gesehen.
Zudem hat der Film rein gar nix mit „American Psycho“ zu tun. Dessen Verfilmung blieb ja schon hinter dem Buch zurück, doch Teil 2 schlägt dem Fass den Boden aus. Mordete Bateman auf satirische Weise noch, weil er mit seinem Yuppie-Leben nicht klarkam, so geht die Fortsetzung andere Wege. Rachael murkst alle ab, die ihr im Weg stehen wie in diversen anderen konventionellen Karrierethrillern, so dass auch nichts karikiert oder hinterfragt wird.
Die Morde sind auch nicht besonders spannend, da nicht genug mit den Opfern gespielt wird und man eh meist ahnt, wen es wann erwischt. Die Gorefans kriegen zudem auch nix zu sehen, so dass Film hier keiner Zielgruppe gerecht wird. Teilweise sind die Morde auch vollkommen ohne Sinn, da Rachael einige ihrer Opfer gar nicht beseitigen müsste, aber zu diesem Zeitpunkt hat man den Glauben an den Verstand des Drehbuchautors aufgegeben.
Mila Kunis macht als Killerin noch eine halbwegs akzeptable Figur, doch die restlichen Darsteller sind so mies wie das Skript. Ein dicklicher William Shatner spielt seine Rolle dermaßen lustlos, als wolle er möglichst schnell aus diesem Scheißfilm weggebeamt werden. Und sympathisch ist keine der Hackfressen hier.
Mila Kunis ist OK, der Rest des Films nicht. Trotz einer geringen Portion Humor ein unspannender und tödlich langweiliger Thriller, der zudem Bret Easton Ellis’ Buchvorlage zum Original verschandelt.