"American Psycho 2" ist eine dieser sinnlosen Fortsetzungen, die die Welt nun beileibe nicht braucht. Hier ist das Ansehen wahrlich ein Graus, wenn man bedenkt, dass so eine Gurke als zweiter Teil einer äußerst delikaten Satire verkauft wird.
Mit "American Psycho" hat dieser Nachfolger inhaltlich aber glücklicherweise nicht viel gemein. In den Off-Kommentaren blitzt so etwas wie ein satirischer Charakter zwar ab und an mal auf, aber in punkto Intelligenz und ästhetischer, abgebrühter Genialität ist "American Psycho 2" gegenüber dem Original bei weitem nicht konkurrenzfähig. Der größte Makel äußerst sich in der Hauptfigur. Da haben wir nämlich ein immerhin ganz nett anzusehendes Psychomädchen, das von einer Profilerkarriere besessen ist. Um ihr Ziel zu erreichen, geht sie dann auch schon mal über Leichen. Könnte man eigentlich durchgehen lassen, wenn ihre psychische Konstitution nicht so einen gesunden Eindruck erwecken würde, als wäre sie die normal-strebsame, ehrgeizige Studentin - die Gute, der man Morde nun keineswegs zutrauen würde. Ihre Motivation bleibt gänzlich ungeklärt, ihr Konkurrenzdenken ist etwas, was sich im täglichen Leben überall finden lässt. Durch diese schwammige Charakterzeichnung funktioniert der ganze Film einfach überhaupt nicht.
Das Drehbuch ist außerdem noch spindeldürr. Wartet der Film im ersten Teil immerhin noch mit einem Plot auf, auch wenn dieser beim Zuschauer lediglich zur Gehirnerweichung führen dürfte, so ist der zweite Teil, nach dem die Konkurrenten aus dem Weg geräumt wurden, gänzlich ziellos und schal. Die Morde sind zudem schlichtweg dämlich. Da ermordet man einen Studenten in einer Bibliothek (wie unöffentlich) oder benutzt zur Strangulierung ein Kondom.
Insgesamt ein Film, den man getrost verpassen darf: Müder, lediglich mit intelligenzfreien Ideen und vorhersehbarer, trendgemäßer Pointe versehener Plot, eine unglaubwürdige Charakterzeichnung, debile Dialoge und unterdurchschnittliche Darstellerleistungen. Einen schöneren Abend beschert einem da zweifellos der Vorgänger.