Der scheinbar eindeutige Titel lässt zunächst einen typischen Bikerfilm vermuten, wie sie in den 70ern aus nahezu jeder Gasse geschossen kamen. Doch der spanische Regisseur Tomas Aznar konnte sich augenscheinlich nicht recht entscheiden und fügte dem Terror noch ein wenig Rachespuk hinzu.
Vier kriminelle Jugendliche um Lola benötigen Zaster für ihre Drogen und überfallen eine Bar, nehmen ein Paar als Geiseln, um kurz darauf das Anwesen einer alte Dame abzufackeln. Im Sterben stößt diese noch einen Rachefluch aus, der die Übeltäter schon bald ereilen soll…
Anfangs ist recht viel Bewegung im Spiel und der Inhalt macht dem Titel alle Ehre, da die Missetäter, bis auf die beiden Geiseln rein gar keine Gefangenen machen. Verbale Entgleisungen, fluchen und das Verwenden zahlloser Kraftausdrücke erscheint für die Entstehungszeit schon recht provokant und folgerichtig findet sich rein gar kein Sympathieträger. Allenfalls der Fluch selbst, doch der wird erst in der zweiten Hälfte Schritt für Schritt umgesetzt.
Hauptschauplatz ist demnach eine leicht verfallene Kirche inmitten einer Einöde, was durchaus einige atmosphärische Momente zutage fördert und wohl nicht von ungefähr an die Reihe der reitenden Leichen erinnert. Zumal in den Katakomben unter der Kirche noch Skelette platziert wurden, welche sich eventuell noch bewegen könnten.
Allerdings gehen dem Werk zwischenzeitlich die Ideen aus, was immer dann deutlich wird, wenn Softsexeinlagen als Laufzeitstecker dienen und in den Räumlichkeiten der Kirche umso mehr gefluchtet wird, um in Sachen Geschmacklosigkeiten noch eins drauf zu setzen.
Demgegenüber fallen diverse Gewalteinlagen fast schon harmlos aus, zumal entsprechende Tricks wie ein explodierender Kopf komplett durchschaubar sind. Die Abteilung Make-up arbeitet indes recht ordentlich, was sich anhand eines Kopfschusses (als Ergebnis) und diverser Dämonenerscheinungen bereits Verstorbener abzeichnet.
Bezeichnenderweise sind einige Mimen nicht über den Einsatz in diesem Billigwerk hinaus gekommen, obgleich sie kaum schwächer performen als ihre US-amerikanischen Pendants zu jener Zeit. Der Score besteht, wie der Aufbau der Handlung, aus verschiedenen Richtungen und arbeitet zunächst mit leicht rockigen Beats der 70er, um während der Horrorphase mit simplen Synthieklängen bei Laune zu halten.
Ein wenig Exploitation lässt sich nicht von der Hand weisen und phasenweise gestaltet sich die Chose einigermaßen stimmungsvoll, doch unterm Strich mangelt es an zündenden Einfällen, die in der zweiten Hälfte für Spannung hätten sorgen können. Denn hinsichtlich Timing und Kontinuität stimmt in dieser so einiges nicht.
Knapp
6 von 10