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Ein seltenes Vergnügen. Einer der Darsteller, aus diesem Kurzfilm, hat mir diesen Film in die Hand gedrückt mit der Bitte, doch mal meine Meinung über diesen Film Kund zu tun. "Trauma" ist ein Amateur Kurzfilm aus dem Jahre 2005 der vom Regisseur Jan Krone ins Leben gerufen wurde. Zunächst sollte man sich ganz klar vor Augen halten, womit man es hier eigentlich zu tun hat. "Trauma" ist ein Amateurfilm und als Solchen muss man ihn auch unbedingt bewerten. Ich habe in meiner "filmischen Laufbahn" noch nicht allzu viele Amateurfilme gesehen, deswegen ist es zunächst auch keine große Überraschung wenn ich erst mal sage, dass "Trauma" der beste Amateurfilm ist, den ich bis jetzt gesehen habe. Kommen wir aber erst mal zur Story : Marko ist, zusammen mit seiner Freundin Anna und deren Bruder Tim, unterwegs im Auto nach Berlin. Zwischen Anna und Marko scheint es aber "interne Probleme" zu geben, was besonders deutlich bei der Tankstellenszene, die ziemlich am Anfang des Films kommt, wird. Nach einer weiteren Pause mit dem Auto verschwindet Anna plötzlich im Wald und Marko und Tim machen sich auf den Weg, Anna zu finden und entdecken dabei ein unheimliches und verlassenes Gebäude. Bei der Suche nach Anna passieren viele schockierende und dramatische Ereignisse, wo die beiden Jungs sogar vor einer unheimlichen Gestalt um ihr Leben fürchten müssen. Doch für Marko wird dieses ganze traumatische Erlebnis weitaus mehr, als bloß eine einfache Rettungsaktion. Was ich dem Film anfangs gar nicht zugetraut hätte war, dass er viele unerwartete Überraschungen parat hält und uns viele Facetten aufzeigt. Schaut man sich den Film an bekommt man den Eindruck, dass man einen gewöhnlichen Slasher der Marke "Scream" oder "Düstere Legenden" schaut, natürlich das Ganze auf Amateurbasis. Doch in dem Film steckt weitaus mehr drin, als man es zunächst vermutet. Die Darsteller machen alle, dafür dass es überwiegend Laien-Darsteller sind, einen verhältnismäßig guten Job, auch wenn in manchen kurzen Szenen, zu wenig Elan vom Hauptcharakter rüber kommt. Auch bei den weiblichen Darstellern hätte man vielleicht noch die ein oder anderen Szene etwas intensiver drehen sollen, da manche Dialoge und Reaktionen nicht immer ganz glaubwürdig rüber kommen. Wenn sich zum Beispiel eine weibliche Darstellerin in einer Extremsituation befindet, fiel es mir zeitweise schwer ihr ihre Angst und ihr Leiden glaubwürdig abzunehmen. Ebenfalls etwas fragwürdig war für mich die spätere weibliche Begleiterin von Marko, die sich aus meiner Sicht nur schwer in die Hauptstory eingliedern lässt. Welchen Nutzen hatte ihre Rolle? Ich dachte anfangs, dass ihre Figur noch eine wichtige Schlüsselrolle für die kreative Auflösung des Films ist, doch leider blieb ich auf der Basis enttäuscht. Warum konnte nicht Anna permanent die "Begleiterin" von Marko sein? Dadurch wäre auch das kuriose Ende für mich aufschlussreicher gewesen. Der letzte kleine Kritikpunkt ist für mich die Pointe auf der Pointe. Mir hat die Auflösung über die Geschehnisse sehr gefallen und sie kam für mich auch sehr überraschend. Leider wird dann noch eine zusätzliche Pointe dran gehängt, die ein wenig lieblos dahin geklatscht wirkt. Hätte man es bei der ersten Auslösung gelassen, wäre ich zufriedener gewesen. Aber ich will den Film nicht schlechter machen, als er letzten Endes ist. Dafür, dass es ein Amateurfilm ist, steckt wirklich ungemein viel drin. Zudem wird der Film auch mit einer Lauflänge von 40 Minuten nie langweilig, im Gegenteil, ich hätte mir so eine Art von Film auch locker 90 Minuten anschauen können. "Trauma" ist überraschend spannend inszeniert worden und hat mich wirklich zeitweise sehr gepackt, wodurch ich sogar locker über den ein oder anderen lieblosen Dialog hinweg sehen konnte.
Es ist ziemlich schwierig diesen Film zu empfehlen, da die Meisten wohl kaum an diesen Film heran kommen werden. Sollte es aber dennoch Filmfans da draußen geben, die Zugriff auf diesen Film haben, kann ich nur ganz klar empfehlen, sich den Film mal anzuschauen. Man muss sich halt auf so etwas einlassen können und wer vor Amateurfilmen generell nicht zurück schreckt, wird mit diesem Film rundum zufrieden sein.


Fazit : Im wahrsten Sinne des Wortes, ein traumatisches Erlebnis. "Trauma" ist ein authentischer Amateurfilm, der mehr beinhaltet, als man es anfangs vermutet. Ich wurde positiv überrascht. Vielleicht darf man ja von einer Fortsetzung träumen.


7/10

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