Im kriegszerütteten China der grauen Vorzeit übersteht ein kleiner Liang-Soldat (Jackie Chan) einen Hinterhalt der Qin-Armee, bei dem alle Beteiligten getötet werden. Nur er überlebt augenscheinlich und tapst über das blutige Schlachtfeld. Bis sich plötzlich eine weitere Hand von den Gefallenen erhebt. Ein Wen-General, der das Gemetzel auch noch mehr oder minder unbeschadet überstanden hat. Kurz entschlossen lädt der kleine Liang-Soldat den Körper des Generals auf einen Karren, um ihn in seine geliebte Heimat zu bringen und ihn gegen etwas Land - was als Belohnung winkt - einzutauschen. Während der gefährlichen Reise durch Feindesland müssen sie sich zahlreichen Gefahren stellen und stehen letzten Endes auch füreinander ein, denn der fiese Bruder des Generals will ihn am liebsten heute als morgen aus dem Weg haben, da am Ende der Nahrungskette etwas ganz Tolles winkt - ein Thron.
Meine Erwartungen waren aufgrund des bisherigen Materials eher magerer Natur. Die Poster waren doof und der Trailer auch nicht das Gelbe vom Ei. Um so überraschter war ich, als ich den fertigen Film sah. DA BING XIAO JIANG aka LITTLE BIG SOLDIER ist ein fantastischer astreiner Jackie-Chan-Film und sicherlich einer der besten der letzten 10 Jahre! Laut Aussage des Regisseurs ist der Film tatsächlich auch für ein internationales Kinopublikum gedreht worden. Daß das funktioniert, konnte man perfekt beim Berlinale-Screening bewundern. Die Komik des Film ist eher physischer Natur, also allgemeinverständlich und braucht nicht durch Untertitel festgehalten zu werden. Da ist Jackie auch wieder ganz groß! Teilweise zum Brüllen komische Szenen wechseln sich aber auch mit ernsteren ab, die man so zu Anfang nicht erwartet. Das macht den Film sehr rund und setzt ihn weit weg von normalen Blödelkomödien.
Laut eigener Aussage ist LITTLE BIG SOLDIER ein Herzensprojekt von Chan, wo er nicht nur eine der Hauptrollen übernahm, sondern auch wieder mal produzierte, verantwortlich für die Actionregie- und Choreographie zeichnete und sogar das Drehbuch schrieb. Nach Aussage Chans dauerte die Arbeit daran ganze 20 Jahre, aber nach Betrachtung des fertigen Produkts kann nur gesagt werden: Es hat sich gelohnt!
Auch die Ausstattung liegt fern jeglichen Kitsches sondern ist gediegen und dem Film sehr zuträglich. Eine tolle Kamera ergänzt das große Ganze perfekt mit superb eingefangenen Bildern von den Berglandschaften Chinas.
Ganz toll!
8,5-9/10