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Vielleicht muss man ausgewiesener Science Fiction Fan sein, um einer Minimalhandlung in einer Wüste mit meistens nur zwei Figuren etwas abzugewinnen, doch vielmehr präsentiert Regisseur und Autor Sandy Collora mit seinem ersten Langfilm nicht.

Irgendwann in der Zukunft: Ein Raumschiff muss auf einem Wüstenplaneten notlanden und den entflohenen Gefangenen ergreifen. Wie sich herausstellt, handelt es sich dabei um Orin Jericho, einen der letzten Menschen, der von Cydoniern gejagt wird, um die Koordinaten für ein attackierendes Raumschiff herauszurücken…

Es hätte ein nettes Sci-Fi Abenteuer werden können, denn als das Raumschiff so durch die Galaxie gleitet, sehen die Effekte gar nicht übel aus und auch die gestochen scharfen Konturen und die angenehmen Kontraste verweisen auf technisch gutes Equipment für einen Independentfilm. Doch als die Cydonier durch den Sand latschen und im ersten Moment wie eine Mischung aus Power Ranger und den Kopfgeldjägern aus „Star Wars“ daherkommen, obgleich der eigentliche Kopfgeldjäger nur einen kurzen Auftritt absolviert und vom Regisseur persönlich performt wird, ändert sich das Bild.

Nur häppchenweise wird man über die Sachlage informiert, man nennt weder das Jahr, noch erfährt man Details über vorangegangene Kriege oder Allianzen und muss schlicht hinnehmen, dass Menschen zwar Dracs mögen, was in „Enemy Mine“ ähnlich war, mit allen anderen offenbar verfeindet sind.
Also befinden sich Figuren ohne Background in der Wüste und latschen meistens ohne sonderliches Ziel umher.

Da können auch die Masken nicht viel richten, denn die Cydonier sehen aus wie geschrumpfte Menthos Bonbons mit weißer Haut, äußerst flachen Nasen und einem Ohrstöpsel statt Ohrmuscheln. Zuweilen gibt es eine Egosicht mit Radar, ein paar Gespräche mit der Computerstimme Clea, welche zumindest noch ein wenig Tiefgang ins Spiel bringen und ein paar harmlose Zweikämpfe, die weder sonderliche Härte, noch eine ausgefeilte Choreographie in die Runde werfen.

„Space Prey“ entpuppt sich am Ende als minimalistischer Langweiler ohne Substanz, mangelnder Spannung und wenig Atmosphäre. Die Handlung bleibt eindimensional, die vielen finalen Wendungen ohne Pointe und letztlich endet die Geschichte komplett offen und hebt sich eine Fortsetzung für später auf, welche nicht unbedingt sein muss.
Mag sein, dass Sci-Fi Nostalgiker der 70er und 80er mit dem müden Mummenschanz etwas anfangen können, doch auch wenn der Score versucht auf Biegen und Brechen epochal zu erscheinen, - ein bisschen Wüste und zwei mäßig verpackte Zukunftsfiguren ohne Hintergrund und ein Hauch an Bewegung machen noch längst kein ansprechendes Sci-Fi Abenteuer aus.
Knapp
3 von 10

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