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Wenn man nicht gerade ein Freund von Videospielen ist, steht man der Übertragung auf die große Leinwand erst recht skeptisch gegenüber. Produktionen wie "Super Mario Bros.", "Mortal Kombat" oder zuletzt "Tomb Raider" blieben den Beweis filmischer Qualitäten bislang fast vollständig schuldig.

Mit "Resident Evil" hat Regiesseur Paul Anderson ("Event Horizon") jetzt einen neuen Versuch unternommen, der zwar diesem postmodernen Genre nicht einen neuen Qualitätssprung verschafft, aber auch nicht richtig auf die Nerven geht. In seinen besten Momenten präsentiert sich der Film als solides "P-Picture" , der die simple Handlung als Vorteil zu nutzen weiß.

In einer unterirdischen Forschungseinrichtung, die der weltbeherrschenden Umbrella Corp. gehört, ist ein Virus ausgebrochen, der das gesamte Personal dahingerafft hat und von einer anrückenden Elite-Einheit isoliert werden soll. Auf dem Weg in den Untergrund wird die schwerbewaffnete Gruppe von Alice (Milla Jovovich "Das 5. Element") begleitet, die zuvor mit einem Gedächtnisverlust in einer prunkvollen Villa aufgewacht ist. Der Untergrund entpuppt sich als Horrorkabinett, in dem die vom Ausgang abgeschnittenen Eindringlinge um ihr Leben kämpfen müssen.
Im rasanten Wechsel bekommen sie es mit einem eigenmächtigen Computer namens Red Queen in der holographischen Gestalt eines jungen Mädchens und dem monströsen Resultat illegaler Bio-Experimente zu tun.
Gänge werden zu tödlichen Fallen, Laserstrahlen zu blitzschnellen, Körperpartien durchschneidenden Mordinstrumenten.

Erinnert diese fraglos unapetitliche Kreation an "Cube", entwickelt sich die Handlung mit der Aktivierung einer riesigen Armee von Untoten zu einer streckenweise unterhaltsamen Hommage an die Zombie-Filme von George Romero (vorallendingen "Dawn Of The Dead"), der mit einem eigenen Drehbuch sogar als Regiesseur im Gespräch gewesen sein soll.

Während die unbekannteren männlichen Akteure (u.a. Colin Salmon und Eric Mabius) eher blass bleiben und die Dialoge selten vor Originalität sprühen, sorgen die Frauen immer wieder für prägnante Akzente.

Michelle Rodriguez ("The Fast And The Furious") treibt die toughen Sprüche bis zur grotesken Parodie, und die langsam ihre Erinnerung zurückgewinnende Milla Jovovich outet sich in Gefahr und größter Not als Kämpferin, deren akrobatische Konfrontation mit untoten Dobermann-Hunden zu den bizarren Höhepunkten des Films zählt.

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