Das könnte einem bekannt vorkommen: Kapitel für Kapitel werden unterschiedliche Figuren ins Geschehen geworfen, die augenscheinlich nichts miteinander verbindet.
Doch zum Showdown kreuzen sich sämtliche Pfade in einem wuchtigen Action-Gewitter.
Klingt schwer nach Tarantino/Rodriguez, doch dem Drehbuch von Christian Sesma scheint abseits seiner Grundinspiration nicht viel in den Sinn gekommen zu sein.
Dabei unterhält das erste Kapitel um Nate und Kate noch am ehesten. Die Verlobten stranden kurz vor Ladenschluss in einem Juwelierladen um Hochzeitsringe auszusuchen, bis eine Bande Bewaffneter auftaucht, die sich untereinander reinlegen wollen.
Nach einer wilden Schießerei sieht sich Nerd Nate gezwungen zu handeln.
Im zweiten Kapitel geht es um die ungleichen Brüder Smith, die irgendwo zu Fuß in Palm Springs unterwegs sind und urplötzlich von trainierenden Söldnern gefangen genommen werden.
Das finale Kapitel beschäftigt sich schließlich mit dem Gangsterboss Crazy Joe (Danny Trejo), in dessen Club alle Fäden zusammen laufen…
Wahrscheinlich ist es dem Autor und Regisseur Sesma bis dato noch nicht aufgefallen, doch zu wahrer Coolness auf der Leinwand gehören nicht nur ein paar lockere Sprüche und ein wenig Situationskomik.
Denn über diese kommt man innerhalb der drei Episoden nicht hinaus und das auch eher auf einem recht konstruierten und oft platten Level.
Die beiden Smith Brüder sabbeln sich förmlich Koteletts ans Bein und werfen ein Filmzitat nach dem anderen in die Waagschale. Ab und an bringt ihre Gelassenheit in prekären Situationen zwar ein wenig Heiterkeit ins Spiel, doch treffsichere Pointen werden kaum geliefert. Gleiches gilt für alle restlichen, größtenteils eindimensionalen Figuren, deren Überspitztheit oftmals eher plump als zynisch rüberkommt.
Soweit könnte man mit dem Storykonstrukt noch warm werden, zumal das einigermaßen flotte Erzähltempo kaum Pausen zulässt, doch sobald es an die Action in Form von Schießereien oder Prügel geht, versagen nahezu alle Beteiligten.
Die Kamera wirbelt unkontrolliert durch die Gegend, fuchtelt wahllos am Zoom herum und bekommt nicht eine souveräne Einstellung zustande, daneben wird der Schnitt nahezu willkürlich gesetzt und von Blutvergießen kann schon gar keine Rede sein, obgleich endlos viele Magazine verballert werden.
Storytechnisch muss man sich natürlich fragen, wer sich am Ende als Held entpuppt, doch wirklich prädestiniert ist hierfür keiner. Denn es gibt lediglich die simple Differenzierung zwischen Gut und Böse, aber niemanden, der mit heroischen Zügen im Mittelpunkt steht.
Was nicht heißt, das Nate oder die Smith Brüder als Sympathieträger versagen, aber für einen wirklich coolen und charismatischen Auftritt mangelt es an markanten Gesichtern, lässigen Sprüchen und grotesken Handlungen, die Sesma, im Gegensatz zu seinen Vorbildern offenbar überhaupt nicht in den Sinn kamen.
Somit bleibt die Grundidee mit ineinander übergehenden Handlungssträngen letztlich noch brauchbar genug, um die Chose halbwegs unterhaltsam wirken zu lassen, auch wenn dabei kaum Twists zutage gefördert werden. Handwerklich wirkt der Streifen hingegen phasenweise wie eine Amateurproduktion auf unterem Niveau, während die meisten Darsteller deutlich Gefilde des Overactings betreten.
Die lockere Grundstimmung und die die wenigen Schmunzler kaschieren am Ende noch ein wenig vom inszenatorischen Desaster, welches zum Showdown erneut zum Vorschein kommt, - die Stilrichtung ist erkennbar, aber sie wirkt alles andere als formvollendet…
Knapp
4 von 10