In "Shoot the Hero" gibt es keine Helden. Nate und Kate sind ein junges Paar, irgendwo zwischen Hochzeit und Trennung. Die vom Pech verfolgten Brüder Fat und Thin sind ebenso mitleiderregend wie urkomisch. Der paranoide Gangsterboss Crazy Joe will alle tot sehen, und der Söldner-General in der Wüste hat mehr als einen Knall. Bald entwickeln sich die unzusammenhängenden Ereignisse zu einem haarsträubenden Roadtrip, der Leben verändert, Liebe entflammt und von einem Kugelhagel in den nächsten führt, bis Boss Crazy Joe nur zu sagen bleibt: "Shoot the Hero!"
Ich hab zwar noch nie von Regisseur Christian Sesma gehört, kann aber auch so mit Sicherheit sagen, das er sämtlichen Filme von Tarantino mehr als einmal gesehen hat, denn Shoot the Hero versucht in die gleiche Kerbe zu schlagen. Kapitelüberschriften, verschiedene Handlungsstränge die am Ende zusammen kopulieren, zwei Killer die versuchen lässige Dialoge zusammen zu bringen und natürlich der omnipotente Gangsterboss, der alle Fäden in der Hand zu haben glaubt, man könnte den Streifen beinahe schon Pulp Fiction Reloaded nennen.
Da gibts gleich mal Abzüge für den sehr billigen Look, ich hatte anfangs beinahe gedacht es mit einer Amateurproduktion zu tun zu haben. Speziell bei den Shootouts fällt auf das zwar wild geballert wird aber nichts von der Innenausstattung nimmt Schaden, selbst wenn man hinter einem Aquarium in Deckung geht). Dazu haben wir wohl die Gewinner des Wettbewerbs weltschlechteste Schützen des Planeten im Cast, die bei freier Schußbahn aus drei Meter Entfernung nicht mal ein Hochhaus treffen würden. So geraten die vermeintlich spannungsgeladenen Schießereien im Grunde zu einer ziemlichen Lachnummer.
Wenigstens ist das Tempo einigermaßen flott, was aber auch an der Laufzeit liegt. Auf dem Cover ist diese eh schon mit knackigen 78 Minuten angegeben, aber die Endcredits kamen bereits nach 66 Minuten, dann folgt ein ewig langer Abspann und nochmal ca. zwei Minuten Epilog hinterher. Die kurze Geschichte teilt sich dabei in drei Teile auf, wobei mich die Erste mit dem Juwelierladen und das Final bei crazy Joe doch eher enttäuscht haben. Lediglich der Mittelteil mit den Gebrüdern Smith die mit ihren Mülltüten an ein paar depperte Söldner geraten hat mich zum Grinsen angeregt. Da mag man den wahren Job der beiden Trottel, der sich zum Showdown enthüllt, kaum glauben.
Ein wenig verwundern tut da schon der für so eine einfache Produktion recht prominente Cast. Mit Danny Trejo, Fred Williamson und Jason Mewes sind da einige mit dabei, die der geneigte Filmfan kennt. Überzeugen kann Shoot the Hero dennoch weder im Humor noch im Thrillerbereich. Vielleicht sollte Herr Sesma lieber einen eigenen Stil entwickeln.
4/10