"My Soul to Take" ist nicht das neuste Lied von Modern Talking - nö, sondern ein Film, der einfach mal so durchflutscht, im Kino läuft und von dem keiner etwas vorher gehört hatte. Dabei hatte Altmeister Wes Craven seine Finger im Spiel, und man merkt deutlich, dass er sich schon mal ein Trainingsgelände für "Scream 4" gesucht hat. Denn viel anders ausgefallen, als eine softere Slasher-Variante von dem 1996 erschienenen "Scream" ist dabei nicht rausgekommen.
Die Story setzt ca. 16 Jahre vor der eigentlichen Handlung ein und man darf Abel Plankov (Raul Esparza), einem ordentlichen Familien-Vater, zusehen, wie er im Keller rumbastelt. Seine Frau hat schon ein Kind, ist jedoch wieder schwanger und beide erwarten das Kind ersehnlich. Naja, Abel nicht ganz, denn er leidet leider unter Schizophrenie, und je nachdem, was für eine Persönlichkeit durchdringt, vergisst er mal ganz flott den "Greatest Daddy ". Scheiße dabei ist lediglich die winzig kleine Sache, dass eine seiner Persönlichkeiten ein Serienkiller namens "Riverton Reaper" ist...
Naja, im flotten Intro kann man zuschauen, wie er seine Frau und diverse Cops wegschnetzelt, bis er dann mal endlich alle Viere von sich streckt.
Aus der toten Ehefrau kann man jedoch das ungeborene Kind im Krankenhaus retten, welches mit sechs anderen Neugeborenen am gleichen Tag zur Welt kommt.
Diese sieben sind 16 Jahre später mehr oder weniger eine Clique, die aus den üblichen Nerds besteht: Da hätten wir den Tetris-spielenden Chinamann Jay (Jeremy Chu), die Psalm vor Psalm sich hinsabbelnde Penepole (Zena Grey), den farbigen Jerome (Denzel Whitaker), die olle Blondine Brittany mit dicken Titten (Paulina Olszynski), auf die jeder scharf ist, den Maulheld Brandon (Nick Lashaway), der gerne den Locken-Kasper Alex (John Magaro) verprügelt, und dann noch unseren Hauptcharakter und Justin Bieber-Verschnitt Bug bzw. Adam (Max Thieriot - warum der zwei Vornamen hat weiß nur Dr. Craven), der eine böse Vergangenheit hat und nichts davon weiß.
Abgerundet wird dieser Cast von dem damals überlebenden Polizisten Frank (Frank Grillo) und der mysteriösen Fang (Emily Meade), die zumindest das Sagen auf der weiblichen Toilette hat.
Die erlesenen sieben werden dann auch wieder von dem vermeintlich verstorbenen Reaper (oder wie er im Film genannt wird "Ribba") heimgesucht, damit einer nach dem anderen ins Gras beißt.
Das Intro ist wahrlich schön anzusehen, es erinnert schon viel an Michael Myers auf LSD. Jedoch fangt der Braten danach an abzustinken. Wie üblich haben wir unsere Teen-Gruppe, die nach dem Zehn-Kleine-Negerlein je nach Sympathie den Abflug machen und es stellt sich wie bei jedem "Scream"-Plagiat die Frage: Wer ist nun der Mörder? Natürlich wird das Visier auf bestimmte Charaktere geschoben, so sehr, dass sie es beinahe nicht sein können - oder etwa doch?
Das war nach 1996 bei den ganzen Klonen die Frage und auch hier kann man miträtseln. Die "Schizzo-Komponente", die öfters unseren Sympathie-Träger Alex heimsucht harmoniert richtig gut in dem Slasher-Genre, jedoch hat "My Soul to Take" dann letztendlich nichts zu bieten, als ein paar Schockmomente, bei denen Alt-Veteranen mit Sicherheit kein Angst-Pippi in die Hose machen, und ein paar FSK-16 gedrillten Kills. Das ganze gepaart mit unlogischer Dummheit ( das Morden fällt natürlich erst so nach dem fünften Mord auf) und dem ermüdenden Kill & Error Prinzip (es bleiben immer weniger Kandidaten übrig, wer nun das Messer wetzt) kommt die finale Lösung, die total lahmärschig und an den Haaren herbeigezogen wirkt.
Im ganzen gesehen haben wir es bei "My Soul to Take" mit einem etwas über dem Durchschnitt liegenden Teenie-Slasher zu tun, der zum Kinogang einfach zu schade ist. Jedoch kann man sich das Teil einmal in der Videothek ausleihen und an einem veregneten Sonntag nichts falsch machen, mit dieser hirnlosen hirnloser Slasher-Unterhaltung. Einmal ansehen und dann bitte die Toilette runterspülen.
6/10 Punkte