Wer nach diesem Film meint, Animes seien nur für Kinder gedacht, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen. „Die letzten Glühwürmchen“ ist auch für Erwachsene geeignet, wenn nicht sogar fast ungeeignet für Kinder.
Kobe, Japan. Am 9 Juni 1945 greifen die Amerikaner die Stadt Kobe an und bombardieren die Stadt. Seita kann seine kleine Schwester Setsuko gerade noch in Sicherheit bringen, während ihre Mutter in einem Bunker Schutz sucht. Doch die Freude währt nur kurz, als ihre Mutter schwer verletzt wird und schließlich stirbt. Beide ziehen zu ihrer Tante, doch es dauert nicht lange, bis beide aus dem Haus geekelt werden. Seita zieht mit seiner 4 jährigen Schwester in eine Höhle und es geht ihnen zunächst gut. Doch dann fordert der Krieg seinen schrecklichen Tribut...
Eins vorweg, die deutsche Freigabe für diesen Film werde ich nie verstehen. Da fragt man sich wirklich, ob ein sechsjähriges Kind all dies verkraften kann, was er in diesem Film vorgesetzt bekommt. Jeder, der meint, Animes sind nur für Kinder gedacht, sollte sich gerade diesen Film anschauen. Ich bezweifle, dass man dann noch diese Meinung hat. Es gibt nicht viele drastische Bilder, doch ob der Anblick der Leiche der Mutter für Kinder geeignet ist, weiß ich bei bestem Willen nicht.
„Die letzten Glühwürmchen“ ist ein Film ,der ein hart trifft, betroffen macht, auch wenn es ja nur ein Zeichentrickfilm ist. Doch kommen gerade einem hier die beiden Protagonisten so real vor.
Da gibt es Seita, der große Bruder, der alles tut, damit es seiner kleinen Schwester gut geht, zwischen den Bombeangriffen. Ein lächeln seiner Schwester ist ihm dank genug, dafür tut er alles. Doch der Krieg zeigt gegen Ende sein hässliches Gesicht. Es gibt nicht genug zu essen, zu wenig zu trinken, bei Setsuko zeigen sich schon Mangelerscheinungen. Seita muss noch mehr Kraft aufbringen, seiner kleinen Schwester zu helfen.
Zeichnerisch bekommt man hier gewohnte Ghibli-Qualität, auch wenn der Film schon etwas älter ist. Aber es zählt hier auch mehr der Inhalt, und der passt, auch wenn er schwer verdaulich ist. Ein Happy-End gibt es nicht, ganz im Gegenteil, das Ende ist brutal, aber trotzdem irgendwie wunderschön verpackt. Wer es sieht, weiß vielleicht, was ich meine.
Fazit: Ein wunderbarer Film, der Dank der Thematik keine leichte Kost ist. Es wird nix beschönigt, aber gerade das macht den Film so sehenswert. Wer nur ein kleines bisschen was für Animes übrig hat, für den ist dieser Film Pflicht. Und eigentlich auch für alle anderen.