Philipp Danne spielt einen jungen Mann, der seit einem Unfall vor mehreren Jahren an Gedächtnisverlust leidet und nun von der Berliner Polizei verhaftet wird, weil man ihn für den Fratzenschneider hält, der in den Katakomben sein Unwesen treibt, Menschen entführt und ihre Gesichter abzieht. Von seiner Unschuld kann er niemanden überzeugen, dafür gelingt jedoch sein Ausbruch, nachdem er erfährt, dass sich gute Freunde von ihm in den Fängen des Fratzenschneiders befinden. Nun geht es für ihn darum, seine Freunde zu retten und den Killer zu finden, bevor die Polizei ihn aufspürt.
Die Prosieben-"Thrill Time" geht also in die nächste Runde und zwar mit "Kill Your Darling", bei dem es sich nach den miserablen Vertretern der Reihe "Tod aus der Tiefe" und "Wer hat Angst vorm schwarzen Mann" erneut um einen Mystery-Thriller handelt. Und während die Katastrophenfilme mitunter zu überzeugen wussten, gelingt auch im erneuten Anlauf keine ansehnliche Mystery-Produktion.
Allerdings sei auch zu "Kill Your Darling" gesagt, dass handwerklich für eine deutsche TV-Produktion auffallend gute Arbeit geleistet wird. Regisseur Christian Theede, der bereits "Der Gonger" inszenierte, ist im Grunde nicht allzu viel vorzuwerfen, so überzeugen die düsteren Kulissen und auch die sonstige Optik, die durchaus dunkel, trist und dreckig wirkt. Hinzu kommt noch die routiniert gewählt Filmmusik, die das Geschehen zu jedem Zeitpunkt passend unterstreicht, durchaus für eine gespannte Grundstimmung sorgt und mit aufpeitschenden, schnellen Tönen das Geschehen immer mal wieder voranzutreiben vermag und auch narrativ wird solide, glatte Arbeit geleistet, sodass "Kill Your Darling" flüssig und ohne große Längen über die Bühne geht.
Auch darstellerisch bewegt sich das Ganze auf solidem Niveau, so spielt Philipp Danne zwar unauffällig, aber auch nicht wirklich schlecht und auch der restliche Cast kann sich, bis auf die eine oder andere miserabel besetzte Nebenrolle, die aber kaum ins Gewicht fallen, durchaus sehen lassen.
Die gute Inszenierung und der solide Cast gehen jedoch wegen der hundsmiserablen Story weitestgehend unter, sodass der Film dann doch als unterdurchschnittliche, nicht weiter erwähnenswerte TV-Produktion hoffnungslos untergeht. Zunächst einmal sind die Anleihen bei diversen Genre-Vorbildern mehr als offensichtlich und zu keinem Zeitpunkt entsteht beim Ansehen der Eindruck, dass "Kill Your Darling" in irgendeiner Form von eigenen Ideen zehren, auf eigenen Beinen stehen würde.
Nun drängt sich überdies aber noch zusätzlich die Frage auf, wie es den Autoren gelingen konnte, trotz der bloßen Wiederaufbereitung diverser Stereotypen einen derart löchrigen, dämlichen und vollkommen dillethantisch dahinkonstruierten Plot auf die Beine zu stellen, der zwar solide beginnt, mit seinen miesen Wendungen aber zunehmend überkonstruiert wirkt, bis die Katastrophe schließlich im ebenso schlecht konstruierten Finale gipfelt. Die schlechte Charakterkonstruktion erübrigt sich.
Fazit:
Zwar ist "Kill Your Darling" solide gespielt und audiovisuell routiniert genug inszeniert, dass ein spannender Mystery-Thriller durchaus im Bereich des Erreichbaren gelegen hätte, aber dafür ist die Story mit ihrem vollkommen dillethantisch konstruierten Plot, der zu allem Überfluss kein einziges Genre-Klischee auslässt, einfach zu schlecht. Gepflegte Langeweile, mehr ist hier nicht drin.
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