Mit den Azteken lief das seinerzeit nicht so gut: Zu viele Götter, zu viele Menschenopfer und am Ende zu viele Spanier, weshalb im frühen 16. Jahrhundert bereits Schluss war.
Einer ihrer bedeutendsten Götter war Quetzalcoatl, eine Art Schlangengott und für alles zuständig, der im vorliegenden TV-Film eine Art Drachenungeheuer verkörpert.
Seit dem Verschwinden ihres Vaters macht sich Archäologin Susan (Shannon Doherty) große Sorgen und startet bald mit Dr. Thain (Michael Shanks) und einigen Mitarbeitern eine Suchaktion in den Gefilden des Gran Canyon. Dort geraten sie ins Terrain der totgeglaubten Azteken, die einem fliegenden Ungeheuer Menschenopfer darbieten…
Der Stoff bietet eine Mischung aus Indiana Jones und Monsterfilm, jedoch keine überzeugende. Nach einem kurzen, jedoch nicht allzu spannend ausgefallenen Einstieg geht es ins Camp zu den Figuren, die kurz vorgestellt und in Relation zueinander gebracht werden, bevor es schließlich zur Suchaktion kommt und die urige Umgebung einigermaßen Atmosphäre schürt.
Erst einmal im Gebiet der Azteken angekommen, können einige Fallen und Puzzleaktionen zwar für Abwechslung sorgen, doch bei genauerer Betrachtung sind die Mesoamerikaner schlecht besetzt, da unter ihnen Blauäugige genauso verweilen wie Dunkelblonde.
Auch das Ungetüm sieht nicht sonderlich überzeugend aus, da das Grau recht stark glänzt, die Flugbewegungen arg abgehakt sind und der Schädel (eine Mischung aus Ziege und Drache) zu klobig gestaltet ist. Immerhin gehen einige Splattereffekte aufs Konto der Kreatur, denn während eine Falle ein Gesicht halbiert und diverse Speere ihr Ziel finden, teilt das Monster Körper mittendurch. Die Menschenopferung läuft hingegen anatomisch unglaubwürdig ab, denn nach einem Schnitt in Höhe des Bauchnabels dürfte es schwer werden, per Handgriff innerhalb von zwei Sekunden ans Herz zu gelangen.
Indes entpuppen sich zwei Leute als falsche Gefährten, es gibt eine schwülstige Liebeserklärung, man kann den Zeitraum der Handlung nur grob festlegen und kommt auf die Jahre zwischen 1890 und 1920, Totgeglaubte leben in jeder Hinsicht länger und am Ende gilt es, gegen die Azteken und das Monster anzutreten.
Spannend gerät das nur selten, halbwegs unterhalten können diverse Hebel und fehlende Mechanismen, nur Shannon Doherty sehnt sich augenscheinlich nach „Charmed“ zurück und agiert wie unter Trance, während die übrigen Mimen immerhin brauchbar performen.
Nicht ganz so passabel ist die Kamera eingestellt, welche zuweilen arg aus dem Tritt gerät, merkwürdige Perspektiven liefert und auch in Sachen Zoom einige Male daneben liegt.
Der Score ist indes angemessen, wenn auch kein Themenhighlight auszumachen ist.
Somit sind Abenteuerfreunde der anspruchslosen Machart angesprochen, die weder eine Hochglanzproduktion, noch eine tiefgründige Geschichte erwarten. Das halbwegs flotte Tempo und ein paar charmante Ideen sorgen für einen fast annehmbaren Unterhaltungswert, welche in erster Linie aufgrund der deutlich minderwertigen Effekte und der sichtlich billigen Ausstattung getrübt wird. Geld sollte man allerdings nicht investieren, denn ein TV-Termin in leicht gekürzter Fassung dürfte absehbar sein.
4,5 von 10