Hier darf man Schwiegermutters Liebling Josh Hartnett (Halloween H20) als Enthaltsamkeits-Roboter der Konservativen Amerikas erleben.
Draufgänger Matt (Josh Hartnett) wird von seiner Freundin Nicole (Vinessa Shaw) verlassen. Fortan knattert er Frauen im 7er-Wochenpack (will heißen, dass er jeden Abend eine andere flachlegt) durch. Doch so sehr er sich seine Befriedigungen bei den Frauen holt, wirklich aufbauen tut es ihn dann doch nicht. Darum will Matt es in entgegengesetzter Richtung versuchen und entschließt sich für sexuelle Abstinenz in den kommenden 40 Tagen, um seine Gefühle wieder ins Lot zu bringen. Matts nicht minder notgeiler Budenkumpel erfährt davon und schließt hinter dessen Rücken mit den anderen Wetten ab. Jedoch kommt es, wie es in solch einer Art Film kommen muss. Matt verknallt sich in Erica (Shannyn Sossamon), die er in einem Waschsalon kennen gelernt hat...
Dass Mr. Hartnett kein schauspielerisches Genie ist, dass dürfte spätestens seit "Pearl Harbor" bekannt sein. Und so windet er sich auch durch diesen Film mit seinem stets freundlichen Dackel-Blick. Den frauenverschlingenden Draufgänger nimmt man ihm daher nur ansatzweise ab, was bei einem Schauspieler wie Ben Affleck weniger ein Problem gewesen wäre, auch wenn dieser ebenfalls eine schauspielerische Null sein mag. Shannyn Sossamon (Ritter aus Leidenschaft) ist zwar immer nett anzusehen, aber auch sie hat den Golden Globe nicht gerade gepachtet.
Die Amis waren ja stets immer jene, die es mit der Enthaltsamkeit auf die Spitze treiben (nicht zuletzt wegen Britney Spears). Dabei ist Sex doch eine der natürlichsten Sachen der Welt. Dennoch predigen im Ami-Land christlichfundamentalistische Kreise der Jugend die Enthaltsamkeit vor, wobei sie von der Bush-Regierung sogar noch unterstützt werden. Verzicht auf Sex als neue Tugend? Ich weiß ja nicht. Tatsache ist aber, dass die Hälfte der US-Teenies zwischen 14 und 19 nicht auf sexuelle Erfahrungen verzichten will. So, dass war jetzt unser kleiner Sozial-Report zu diesem Film. Und unter uns: wenn Britney Spears damals (so um 2000) noch Jungfrau war, dann bin ich der Gärtner von George W. Bush und knall seine beiden Töchter.
Kommen wir jetzt aber zu dem Film selber. Lustig mag er ja sein, doch leider nicht über die ganze Spiellänge hinweg und so mancher Joke wirkt mehr als aufgesetzt. Die Frauen im Film sehen alle stets attraktiv aus, und keine hat auch mal ein Kilo zuviel auf den Hüften oder hat keine laufsteggerechte Ausstrahlung. Deshalb kann man den Großteil der im Film anwesenden Frauen nur als stereotypisch bezeichnen. Irgendwie hat der Film auch das Problem, dass alle Charaktere (Matts Pfaffen-Bruder mal ausgenommen) dauergeil sind. An sich mag "40 Tage und 40 Nächte" ja eine amüsante Komödie im "American Pie"-Stil sein, doch lohnt er sich nicht für ein zweites Angucken, da dem Film nach knapp der Hälfte die Luft ausgeht. Hier und da gibt es zwar ein paar nette Ideen, doch auch die können den Film nicht wirklich retten.
Alles in allem ist "40 Tage und 40 Nächte" eine Komödie mit guten Ansätzen, die allerdings durch den etwas unglaubwürdigen Hauptdarsteller und ein lahmes Drehbuch zur zweiten Filmhälfte im Keim erstickt werden.