Ich spoiler ein wenig, ist auch nötig!
Oha, der Trailer sieht witzig aus, die Prämisse können wir in einem Satz zusammenfassen. Hit oder Niete?
Definitiv Niete!
"40 Tage und 40 Nächte" hatte wohl mal eine interessante Idee, aber das war auch schon alles, was er hatte. Es hätte sicherlich gereicht, eine simple, aber effektive Geschichte von einem Typen zu zimmern, der mal für sechs Wochen Zölibat leben will, weil die One-Night-Vögelei ihm Leere verschafft, dann aber seine große Liebe kennenlernt, was natürlich Probleme gibt, vor allem, weil im Internet inzwischen Wetten auf ihn abgeschlossen werden.
Ach, ihr habt gedacht, das wäre der Film. Leider nein!
Zunächst einmal nimmt der Streifen seinen Protagonisten viel zu ernst, kaum märchenhafte Leichtigkeit bei all diesen vielen schnittigen Girls, die hier willig (mit Kondom, logo) in die Kiste hüpfen. Stattdessen löst das bei Josh Hartnett psychische Krisen aus, weil er seit sechs Monaten der Trennung von seiner Freundin hinterherkaut.
Nach einer Weile hat man uns das verklickert und das Zölibat kann beginnen. Und schon ist die Zukünftige da und auch der Internetauftritt. Nur anstatt daraus jetzt ein paar brauchbare Comedysequenzen zu schneidern, verfällt der Film in Beliebigkeit. Alsbald hat sie das nämlich spitz bekommen und macht einen Rückzieher. Und wird wieder aufgewärmt. Zwischendurch ein paar Zölibatsscherze und Sabotageversuche. Dann Auftritt der alten Freundin. Wieder trennt sich das neue Knuspermäuschen. Wieder wird sie weich. Wieder Scherze.
So geht das unentschieden zwischen Romanze und Komödie und Dramalette hin und her, bis doch tatsächlich das blöde alte Biest von Ex dem unter extremem Schlafversäumnis leidenden Helden auf der Zielgraden zum Filmclimax hin einen runterholt und er erst nach dem Abgang aufwacht. Was für ein Höhepunkt zum Höhepunkt. Das Arschloch gewinnt also die Kohle, kommt ungestraft davon, die Freundin kommt nach und...verläßt ihn zum dritten Mal.
Ich darf das hier mal spoilern, denn bis zu diesem Zeitpunkt hat man selbstmurmelnd jegliche Geduld mit diesem Film verloren, der in alle Richtungen will und doch gar nicht von der Stelle kommt. Selbstverständlich gibt's ein Happy-End, doch läuft die Chose rund um die 40 Tage tatsächlich ins Nichts aus, verschwindet die Ex, verschwindet die Wette, verschwindet der Groll.
Fazit: viel Lärm um Nichts und ein Film, der tatsächlich jede witzige Szene im Trailer untergebracht hat und den dann noch so gut zusammengeschnitten hat, daß man tatsächlich denkt, er hätte Form und Inhalt. In Wirklichkeit stammen die Szenen mal vom Anfang, mal vom Ende, liegen weit auseinander und haben völlig anderen Bezug.
Josh Hartnett ist deutlich fehlbesetzt und viel zu ernst für so einen albernen Quark und macht auch als Romantiker kaum eine gute Figur und Shannyn Sossamon erhält kaum mehr Gelegenheit als gut auszusehen, da ihre Rolle ihr lediglich erlaubt, Schluß zu machen und wieder weich zu werden.
Das Ergebnis ist eine selten lustige, aber oft nervtötende Angelegenheit rund um die Gewißheit, daß man das alles viel leichter hätte haben können. (3/10)