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„Bubblegum Crisis“ ist eine düsterere Cyber Punk Animeserie. Eine Gruppe von schnuckligen Mädels, die „Knight Sabers“ haben den Übeltätern in Megatokyo den Kampf angesagt und stellen mit ihren High-Tech-Kampfanzügen die effizienteste Verbrechensbekämpfung dar. Sogar die abgebrühten Cops der A.D. Police müssen dies ein ums andere mal feststellen. Doch auch die Widersacher sind mit allen Wassern gewaschen und überraschen in jeder Episode mit immer übleren Gestalten. Allgegenwärtig ist die Gefahr, die von den „Boomern“ ausgeht, eine Art biologischer Kampfcyborgs. Und hinter den meisten kriminellen Machenschaften steht sowieso die ominöse „Genom“-Gesellschaft…

Obwohl die Serie schon einige Jahre auf dem Buckel hat, ist sie audio-visuell immens beeindruckend. Die zahlreichen Actionszenen gefallen durch viele hübsche Explosionen und Effekte. Ob nun irgendwelche Raketen Rauchschwaden hinter sich her ziehen oder mal eine ganze Insel in die Luft geht, es geht immer tierisch zur Sache. Ein Highlight bilden hier natürlich die detaillierten Darstellungen der verschiedenen Gerätschaften. Wenn sich scheinbar gewöhnliche Personen eindrucksvoll in supergefährliche Kampfmaschinen verwandeln, indem sich die Haut vom Gesicht zu reißen scheint, merkt man, dass es sich hier um einen Ausnahmeanime handelt. Auch das Auto des Rasers aus Episode 4 wird in allen erdenklichen Perspektiven gezeigt: Innenansichten des Motors, Tachometerdarstellungen und aufwändige Kamerafahrten um das Auto. Und das zu einer Zeit, als der Computer noch nicht den Monsterteil der Arbeit übernehmen konnte. Den Designern gebührt hierfür eine ordentliche Portion Respekt.

Aber auch die Musik ist einfach nur spitze: Abgesehen von dem vereinzelt anzutreffenden, nicht ganz so harten Japano-Pop, der aber auch gut passt, da man es ja mit weiblichen Protagonisten zu tun hat, gefallen natürlich die coolen Stücke besonders. Die herrlichen Kampfsequenzen werden dann nämlich von exquisiten Gitarrenriffs und schweren Beats begleitet, was ordentlich Stimmung aufkommen lässt. Definitiv einer der besten Soundtracks, die man jemals in einem Actionanime, ja sogar Actionfilm hören durfte. Auch die japanische Synchronisation ist tadellos und erfüllt gerade in den adrenalingeladenen Szenen ihren Zweck perfekt. Selbst wenn man des japanischen nicht mächtig ist.

Da die Action in den meisten Episoden tatsächlich mehr Zeit beansprucht als die Handlung, kann man darüber hinwegsehen, dass die Geschichten nicht immer ganz so bahnbrechend ausfallen. Trotzdem gibt es bewegende Momente und einige Figuren weisen sogar eine gewisse Tiefe auf. Dieser Aspekt reicht aber bei Weitem nicht aus, um die Serie zu tragen. Vielmehr kann man manchmal sogar den Kopf ein bisschen abschalten, wenn es in den ersten Episoden zu Längen kommt. Am Ende klärt sich ja sowieso alles auf und die Guten gewinnen. Erst in den letzten Episoden gewinnt auch die Handlung an Bandbreite und erleichtert es den Actionszenen, den Zuschauer an den Bildschirm zu fesseln. Die letze Episode tanzt mit ihrem Aufbau dabei dezent aus der Reihe, schildert sie das Geschehen doch zu großen Teilen aus der Sicht der jungen Lisa, die die Identität der „Knight Sabers“ entlarven will. Als Serienabschluss ist dies aber unterhaltsam.

„Bubblegum Crisis“ ist quasi Kult und überzeugt sowohl visuell als auch mit einem tollen Soundtrack. Die Serie lebt von der genial dargestellten Action und dem düsteren Setting, wobei sporadisch auftretende Längen nur geringfügig nerven.

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