Review

Groupies sind zwar grundlegend massiver drauf als durchschnittliche Fans irgendeiner Rock - oder Pop-Band, aber offiziell werden sie nicht zu Stalkern gerechnet, auch wenn die Grenzen in dem Bereich fließend sein dürften.
Dazu gehört natürlich Sex, Drugs und Rock 'n' Roll im Tourbus ebenso, wie der frenetische Jubel während des Konzerts aus erster Reihe.
Regisseur Mark L. Lester, der hauptsächlich in den Achtzigern Erfolge feiern konnte („Die Klasse von 1984“), ist mit seinem Thriller ganz offenbar in jener Zeit stehen geblieben, - da wirkt nicht nur die Kernidee reichlich angestaubt.

Die „Dark Knights“ sind eine Rockband, die bei einem Live-Auftritt am Ende ihrer Show kleinere Pyro-Effekte einbringen. Doch diesmal geht etwas schief und während die Bühne Feuer fängt und im Publikum Panik ausbricht, wird ein Sechszehnjähriger tot getrampelt.
Ein Jahr später versucht die Band eine Comeback-Tour. Unter den kritischen Blicken ihres Managers (Eric Roberts) schleicht sich Groupie Riley an Sänger Travis heran, doch schon bald gibt es einen tödlichen Unfall…

Da muss man kein eingefleischter Genrefan sein, um eins und eins zusammenzuzählen, denn nach zwei Minuten wird klar, dass Riley unter einem Vorwand mittourt, um sich für den Tod ihres Bruders/Freundes zu rächen.
Auch das von vornherein dubiose Verhalten, welches sich komplett von dem der anderen Bitches unterscheidet, unterstreicht die von langer Hand geplanten Racheaktionen mit tödlichem Ausgang.
Doch bis dahin ist es ein zuweilen zäher und voller Klischees angereicherter Weg.

Die Musik an sich ist gerade noch hörbar, doch den Bühnenperformances haftet weder etwas markantes an, noch bringen sie Stimmung in die Geschichte oder fördern gar das Vorankommen der Erzählung.
Dazwischen nerven zunächst die drei anderen Groupies mit naiv billigem Getue, während die übrigen Musiker (selbstverständlich) nur an Drogen, Alkohol und Sex denken. Dazwischen der Manager, der auf einen strengen Zeitplan achtet und Sänger Travis immer wieder vergeblich zu erneuten Pyro-Effekten überreden will, nachdem die ersten Gigs am Ende der Show ausgebuht wurden.

Derweil benötigt Riley einige Zeit, um die erste Rivalin aus dem Weg zu räumen und noch viel länger, bis endlich eine weitere Person völlig unspektakulär abnippelt.
Spannend wird es diesbezüglich zu keiner Zeit und so unoriginell die Morde inszeniert sind, so blutarm und schnörkellos bieder bleiben sie bis zum Schluss, zumal lediglich eine Handvoll Typen ins Gras beißen.
Selbst zum Showdown, als die beiden Hauptfiguren fast allein im Fokus stehen, wird man zu keiner Zeit überrascht, denn den annähernd selben Ablauf hat man unzählige Male deutlich effektiver gesehen.

Darstellerisch gleicht man sich dem niedrigen Niveau des Stoffes an. Taryn Manning kommt in der Figur der Rächerin ganz okay rüber, offenbart aber viel zu zeitig und in Nuancen zu offensichtlich ihre wahren Absichten.
Hal Ozsan hat als Sänger Travis kaum gute Szenen, dafür konnte er einige passable Songs beisteuern, die er auch selbst singt.
Einer wie Eric Roberts wird demgegenüber total verheizt, entsprechend wirkt er latent gelangweilt und unterfordert.

Rock-Bands und ihre Groupies, - da werden weder Ambivalenzen, noch tiefer gehende Emotionen durchleuchtet, selbst ein Augenzwinkern ist nicht drin.
Stattdessen liefert Mark L. Lester einen altbackenen Rache-Slasher von der Stange ab, der in dieser Form bereits Anfang der Achtziger ermüdend gewirkt hätte.
Schwach performt, witzlos und voller Klischees und am Ende noch nicht einmal bemüht, dem Showdown deutlich mehr Drive zukommen zu lassen.
Enttäuschend lahm,
3 von 10

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