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Zuhause ist es doch am schönsten! Doch irgendwann wird es auch einmal Zeit von zu Hause auszuziehen und sich ein eigenes Leben aufzubauen. Manche Menschen wollen allerdings gar nicht weg von ihren Eltern und leben noch im hohen Alter im "Hotel Mama". So auch der 28 jährige Tanguy, der seinen Eltern damit gehörig auf den Zeiger geht. Nun bricht ein deftiger, urkomischer Kleinkrieg zwischen den beiden Generationen aus, der allerdings leider nicht durchgehend seinen guten Humor behalten kann.

Die Geschichte selbst kann gefallen. Clever durchdacht und mit herrlich schrulligen und skurrilen Figuren besetzt, wurde auf den ersten Blick wirklich alles richtig gemacht. Nach einem etwas schleppenden Start kann das ganze dann auch gute 60 Minuten wirklich unterhalten.

Die Versuche der Eltern ihren Sohn endlich aus dem Haus zu ekeln, ohne das er davon etwas mitkriegt und die Reaktionen des verweichlichen und schrecklich ignoranten Sohnes, sind einfach herrlich mit anzusehen.

Da legen die Eltern ihrem Sohnemann stinkenden Fisch in sein Zimmer, Mutter fängt neben seinem Zimmer mit der Bildhauerei an oder verrät seiner Freundin, dass Tanguy andauernd mit fremden Frauen schläft. Und was mach er? Er verzeiht ihnen jede Sünde und denkt in keiner Sekunde daran auszuziehen, auch wenn er es zwischendurch einmal für 48 Stunden probiert! Einfach unglaublich amüsant das Ganze!

Doch im letzten Drittel wird der Bogen dann eindeutig überspannt. Aus den zwar bissigen aber immer noch ganz menschlichen Streichen wird urplötzlich bitterer Ernst und aus den guten Gags wird plötzlich nur noch ein roher Klamauk-Cocktail. Wenn Tanguy seine Eltern aus einem dusseligen Grund vor Gericht zerrt und der Vater ihn ständig nur noch mit "Wichser" und "Scheisse auf Beinen" beschimpft und dann sogar ein paar Schläger anheuern möchte, die seinen Sohn verprügeln, dann ist das ganze nicht mehr sonderlich witzig, zumal es auch einfach nicht mehr ins Gesamtkonzept des Films passt!

Und das Happy End des ganzen Treibens wirkt dann zudem mehr als gezwungen auf den Zuschauer und ist völlig an den Haaren herbei gezogen! Außerdem ist es etwas zu lang geraten und ohne passende Pointe umgesetzt worden. Schade!

Die Darsteller machen ihre Sache dafür allesamt recht gut, auch wenn sie nicht unbedingt zu den besten Darstellern Frankreichs gehören!

Fazit: Größtenteils recht amüsante, tiefschwarze Familienkomödie, die mit einer gelungenen Story aufwartet und in den ersten zwei Dritteln auch mit einer gehörigen Portion guter Gags aufwarten kann. Schade nur, dass man es im letzten Teil des Films dann nur noch auf unpassende und übertriebene Bösartigkeiten abgesehen hat und den Witz dabei vollständig aus den Augen verliert. Dadurch wird der positive Gesamteindruck dann doch stark getrübt, den auch das gezwungene Ende nicht mehr retten kann! So bleibt es nur bei gutem Durchschnitt!

Wertung: 6/10

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