Review

kurz angerissen*

erstmals veröffentlicht: 16.01.2015

Zombies sind gelbe Blumen. Eine Muschi ist eine große Lampe. Und in der Welt von „Dogtooth“ verschieben sich Regeln und Paradigmen einer abgeschottet lebenden Familie nach dem freien Willen des Oberhaupts.

Dabei interessiert den extrem nüchtern und emotional starr bis teilnahmslos inszenierten Film nicht, warum die Eltern ihre Kinder von der Welt abschotten und ihnen eine eigene Grammatik des Lebens beibringen. Vielmehr ist „Dogtooth“ eine Analyse inzestuöser und autarker Lebenszustände, die folgerichtig in ein bizarres Verhalten der Kinder münden, die nie etwas anderes kennen gelernt haben.

Dabei bleibt der Film dramaturgisch flach, so dass nicht nur Langeweile entstehen kann, sondern auch der Eindruck, es werde unmotiviert eine Szene voller Absurditäten an die nächste gereiht. Tatsächlich entstehen aber schnell kausale Ereignisketten, und aus einzelnen Wortbausteinen entsteht bald eine ganze Sprache. Natürlich wirken die Geschehnisse fataler, je intensiver man in die Privatsprache der Familie eindringt, und umso unangenehmer wird die Wirkung des Films, der den Knoten erst in der letzten Szene platzen lässt, mit jeder Minute.

*weitere Informationen: siehe Profil

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