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Noch so ein kurioses Kinderfilmchen, das in seiner Machart eher grotesk als niedlich und kindgerecht daher kommt. Nicht wenige erachten "Santa and the Ice Cream Bunny" als einen der schlechtesten Weihnachtsfilme überhaupt, doch ist es fraglich, ob ich mir diesen Unfug mit meinen Kids zu Heilig Abend anschauen würde, wenn ich denn Nachwuchs hätte...

Auf einem Plakat ist zu lesen, dass der Streifen "from a very psychedlic point of view" produziert wurde und in der Tat ist dieses Machwerk etwas surreal. Die Story um Santa Claus, der mit seinem Schlitten im sommerlichen Strand von Kalifornien stecken bleibt, ist dabei noch relativ harmlos. Nur ein magisches Kaninchen kann ihm helfen, das am Ende völlig aus dem Zusammenhang gerissen tatsächlich auftaucht. Wenn aber mal eine Vielzahl an absurden bis potthässlichen Figuren auf die Kids losgelassen werden, dann ist schnell Schicht im Schacht.

So verschlägt es unsere singende Heldin beispielsweise in die Höhle einer Rabenfamilie, die leider nur reichlich düster wirkt, ohne hier irgendwelche pädagogischen Ansätze erkennen zu wollen. Vermutlich sollte hier das "Psychedlic" zum Tragen kommen, denn auch ein Nikolaus darf mal ein wenig abgespaced sein. Die Kulissen (überdimensionale Tasse, Blumen und Pilze) sehen so aus, als wären hier Leute am Werk gewesen, die in noch ganz andere einschlägig bekannte Grindhouse-Werke involviert waren. Alles wirkt jedoch ziemlich lieblos, billig und dahingepfuscht, leicht absurd in mehreren Szenen.

Das Interessanteste an "Santa..." ist allerdings, dass Regisseur Barry Mahon unter dem Titel "Thumbelina" eine ergänzende Fassung fabriziert hat. Mahon drehte zuvor allerhand schlüpfrige Dramen, Fanny Hill-Abenteuer und war sogar im Nudisten-Metier zugegen. Auf den Karriere-Abend sollte es dann auch noch der etwas skurrile Kinderfilm sein.

Doch selbst als reines Märchen funktioniert dieser Santa-Verschnitt überhaupt nicht. Der Streifen ist übelst langatmig, wobei selbst die bizarren Anwandlungen nur bedingt unterhalten. Allenfalls als merkwürdiges Underground-Überbleibsel zu empfehlen und das auch nur mit starker Einschränkung.

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