Dieser Tage muss beim Endzeitfilm wieder deutlicher differenziert werden, denn die teilen sich zuweilen klar auf in: Klassischer Zombiefilm mit blutrünstigen Untoten und Seuchenfilm, bei dem sich die letzten Überlebenden Fragen nach dem Sinn des Überlebens stellen und eventuell eine Reise durch menschenverlassene Einöden unternehmen.
Und geizig, wie die Schotten dem Klischee nach sind, hat Regisseurin und Co-Autorin Kerry Anne Mullaney nicht nur bei den Produktionskosten gespart, sondern auch an Ideen für ihr Drei-Personen-Apokalypse-Drama.
Viel gibt die Handlung in der Tat nicht her, denn wir erleben David, der nach leerem Tank auf der Farm von April landet, wo man sich rein gar nicht annähert. Erst später, als Kate hinzukommt, ändert sich dieser Zustand leicht und zumindest droht ein wenig Gefahr…
…denn auf etwaige Untote wartet man fast eine geschlagene Stunde und diese entpuppen sich nicht etwa als aggressive Hirnlose, sondern als Infizierte einer nicht definierten Seuche, die mit erhöhtem Aktionismus und geringer Schmerzempfindlichkeit unterwegs sind.
Und davon tauchen innerhalb des Streifens weniger als zehn auf.
Nun könnte man mit zwei spannenden Charakteren und markanten Mimen bekanntermaßen locker ein anschauliches Portrait zeichnen, doch die beiden Hauptfiguren finden zu keiner Zeit zueinander, da April auf die meisten Fragen zu ihrem Hintergrund schroff und aggressiv reagiert und David insgesasmt zu wenig von sich gibt, um überhaupt Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Ab und an kleine Puzzleteile verschiedener Flashbacks und redundante Tagesabläufe bestimmten das überaus träge Geschehen.
Rein atmosphärisch verhilft der Score mit seinen Soundkollagen zwar, die Einsamkeit der Einöde zu verstärken und auch die fehlenden Kontraste verleihen den Kulissen ausgeblichene Konturen, die sich gut ins Gesamtgefüge eingliedern.
Doch diese Stimmung vermag allenfalls eine Viertelstunde punkten, wenn denn rundherum kein Fortschritt des Treibens erkennbar ist.
Und damit ist nicht das völlige Ausbleiben eventueller Action oder gar Konfrontationen mit den Infizierten gemeint, denn auch zwischen April und David herrscht bis zum letzten Drittel nahezu Funkstille. Was letztlich zum Showdown folgt, konnte man sich anhand eingestreuter Rückblicke bereits denken: Im Kern geht es um Trauerbewältigung und mit der Situation klarzukommen, Freunde oder Familie verloren oder gar selbst erlöst zu haben.
Nichts gegen ein niedriges Budget, aber gegen Belanglosigkeit und Behäbigkeit.
Als gegen Ende ein Infizierter ins Haus eindringt, könnte man fast schon von einem spannenden Moment sprechen, wenn denn die Kamera endlich einmal eine effektive Distanz wählen würde und nicht mit Dauer-Zoom alles vermatscht.
Auch als David des Nächtens nach April sieht, die am Ende doch nur ihre Ruhe haben wollte, hofft man noch auf ein Intervenieren durch die Verseuchten, aber ein solches stellt sich lediglich ein, als ein Auto gegen einen Zaun prallt und selbst in jenen Momenten fiebert man in keiner Sekunde mit, weil inszenatorisch annähernd alles falsch gemacht wird.
Verstärkt wird der miserable Gesamteindruck nicht zuletzt durch oftmals völlig stumpfsinnige Dialoge, die teilweise wie Wahlwiederholung klingen und auch die zwei schwachen Hauptdarsteller, denen wenig abverlangt wird, nutzen nicht den Raum für kleine Nuancen oder Facetten, sondern halten ein, zwei versteinerte Gesichtsausdrücke latent in die Kamera.
Einzig das Setting der abgelegenen Farm mit angrenzendem Wald vermag einen minimalen Bruchteil dazu beitragen, dass der Streifen mit seinen ebenfalls kaschierenden Flashbacks nicht vollends in die Tonne getreten werden kann.
In vielerlei Hinsicht steht er jedoch kurz davor…
2,5 von 10