Ich habe mir den Film wegen des Themas (Zombies, Endzeit) UND wegen des an den recht kurzweiligen Film "Carriers" erinnernden Covers zugelegt. Außerdem mag ich Schottland. Aber alles Fehlanzeige.
Handlung und Dialoge schleppen sich so tröge und nichtssagend dahin, daß jeder Gartenlauben-Roman dagegen zum nägelkauenden Psychothriller mutiert. Jede Kuhweide präsentiert sich in abwechslungsreicheren Farbtupfern als die gewählten Schauplätze (meist nur in diesem Landhaus oder seine unmittelbarste Umgebung). Auch wenn auf dem Cover mit einer "grausamen Zombie Apokalypse" geworben wird, auf die man natürlich vergeblich wartet, handelt es sich eigentlich nur um Verrücktgewordene. Und wenn diese überhaupt mal vereinzelt durchs Bild huschen, verströmen sie die laszive Gefährlichkeit von Musils Mann ohne Eigenschaften. Aber das Unverzeihlichste: zu keinem einzigen Zeitpunkt greift dieses gewisse Endzeitfeeling auf den Zuschauer über, welches er von solch einem Film zu recht erwarten darf. - Weshalb dies auch einer der ganz wenigen Filme war, welchen ich (immerhin erst nach 35 Min.) abbrach.
Ein paar Tage später beschlichen mich Zweifel, ob ich dem Film unrecht tat und vielleicht nur einen ungünstigen Zeitpunkt erwischt hätte. Weshalb ich ihm eine zweite Chance gab - ehe ich ihn nach weiteren 10 Minuten (die sich wieder zogen wie 10 Minuten beim Zahnarzt, allerdings ohne dieses gewisse Kribbeln) entnervt im Schnelllauf durch den Player jagte, nur um zu erfahren, daß es genau so öde weitergegangen wäre.
Was ist da doch Romeros Erstling, der mit bestimmt nicht weniger Mitteln und Örtlichkeiten auskommen mußte, für ein Glanzlicht. Außer der anfänglichen Friedhofsszene spielt er schließlich auch nur noch in dem Landhaus, ("Alamo"-Effekt). Erst gar nicht zu reden von "Dawn of the Dead", dem eigenen Remake seines Studentenfilms der wiederum fast nur an einem Ort spielt.
Von einem Erstlingswerk hatte ich nun gewiss nicht erwartet, daß er an Romeros zweiten Zombie heranreicht, aber doch wenigstens was Stimmung und Atmosphäre betrifft in Richtung des ersten tendiert. (Bei Independencefilmen schraubt man naturgemäß seine Erwartungen herunter, und übersieht gefliessentlich Dinge, die man einem Big-Budgetprojek nie würde durchgehen lassen.) Aber weit gefehlt. Einen trübsinnigeren und einfallsloseren Endzeit/Zombiefilm habe ich noch nie gesehen. Und wenn ich könnte, würde ich ihn wieder verkaufen - allerdings müßte ich dann zwecks besserer Verkaufschancen eine Jubelarie als Rezension verfassen. Doch ich möchte nicht lügen.