Stimmt haargenau! Verflucht sind sie alle, oder sollten es zumindest sein, die an diesem Film teilgenommen haben. Zwar kein Trash-Gigant, wie man so etwas schon gewöhnt ist, sondern ein klassisch schlechter Film, der Moral und Unterhaltung zusammenmischt, so daß nur Murks dabei herauskommt.
Es soll also bloß niemand kommen und verkünden, wir hätten es hier mit einem politisch brisanten Rassismus-Drama zu tun. Der Film hängt sich sein Deckmäntelchen der Rassenunruhen in einer Alabama-Kleinstadt in den 60ern ja bloß um, damit die Situation schön farbig ausgebeutet werden kann.
Lee Marvin gibt den ruhigen Sheriff, der in einer vom KKK geführten Stadt Schwarze und Weiß einigermaßen miteinander auskommen läßt. Da aber die Schwarzen gerade so langsam ihr politisches Bewußtsein entdecken, geht es natürlich rund und das querbeet und heftig blutig, so daß man getrost von Exploitation reden kann.
Wenigstens ist ordentlich was los: Der Klan will ständig losschlagen und ein paar Hirnis kastrieren einen Schwarzen (um ihn anschließend wegzupusten). Sein Kumpel O.J.Simpson greift deswegen zu Sturmgewehr und Selbstjustiz, so daß nur noch das "Black Panther"-T-Shirt fehlt. Außerdem muß eine schwarze Bürgerrechtlerin natürlich noch vergewaltigt werden und bei den Schwarzen-Demos gibt's Zoff. Irgendwo mittendrin steht auch noch Richard Burton als schweigsamer Landbesitzer, der die Schwarzen positiv duldet und angeblich Karate kann.
Fragen sie mich nicht, was Burton in dem Film zu suchen hat oder was er überhaupt tut, denn es ist nicht erkennbar. Meistens steht er mit unendlich müder Miene tatenlos in der Gegend rum und kann sich nicht zum Eingreifen entscheiden oder überlegt, wie er dahin gekommen ist. Wenns dann aber mal zum Ausbruch kommt, wird's lustig. Da reißt er denn mal Rassisten-Plakate von der Wand oder kloppt in höchster Not mit der Handkante unseren Trash-Spezi Cameron Mitchell zusammen, der hier die Parodie einer Parodie eines Hilfssheriffs gibt. Wegen dieser Szene allein jedoch könnte man sich den Film angucken, denn Burtons Mundwinkel zittern und er schlägt mit seinem Handrücken um sich, als wäre er auf Fliegenjagd. Für Mitchells Stuntman eine Heidenarbeit, denn bei diesem Fuchteln auch noch durch die Gegend zu fliegen, ist wirklich ein Höllenjob. Alle Zuschauer liegen bitte kreischend auf dem Fußboden.
Marvin ist keinen Deut besser, denn spielt, als sei er auf Drogen, so ruhig, daß es einen schon ankotzt. Dagegen stehen jede Menge plakativer Hinterwäldler, die auf die Bibel schwören und ein paar "Wahrheiten über Nigger" ablassen, die selbige vermutlich zu Lachsalven veranlaßt hätten. Es gibt reichlich schweinische Ausdrücke und ebensoviele nackte Brüste, Prügel und Vergewaltigungen hier zu sehen, denn man muß für das Abschlußmassaker ja seine Gründe haben. Vorher gibt's aber zum Brüllen komische Szenen, wenn Linda Evans (Denver-Clan) nach Vergewaltigung durch einen Schwarzen, einen Tumult verursacht, als sie zum Kirchenbesuch erscheint und alle wie die wildgewordenen Handfeger unter die Kanzel springen oder Marvin in einem Schwarzen-Club in Alabama einen Verdächtigen kassiert und alle Anwesenden wie in einem Gangsterklub in South Harlem aussehen. Superfly, bitte übernehmen sie!
Am Ende blasen die Bösen natürlich dekorativ in weißen Mänteln zum letzten Gefecht und Marvin, sein Sohnemann, Burton und Simpson als Heckenschütze stellen sich ihnen mit geballter Firepower entgegen. Und da kommt dann der deutsche Titel zum Tragen, denn alles was hier Rang und Namen hat, muß ins Gras beißen, außer Simpson, der mit seinem Automatikgewehr am Ende durch brennende Onkel-Tom-Hütten stapft. Was das über Aussage und Moral an Schlüssen zuläßt, will ich gar nicht näher an mich ranlassen, aber als Ergänzung kann man vielleicht noch erwähnen, daß ein "Afro-Amerikaner" diesen Film produziert hat, so daß die hier zur Schau gestellten Härten (die Vergewaltigung und die Kastrierung sind wahrlich nicht schön, auch ohne Details) wohl durchaus einkalkuliert waren. Burton jedenfalls pumpt nur einen voll Blei und guckt dann so lange betreten dämlich in die Runde, bis ihn ein mitleidiges KKK-Mitglied mit einem Schulterschuß in die nächste Welt beamt.
Einfach nur zum Quietschen und zum Selber-Gesehen-Haben. Sonst glaubt man's nicht! (3/10)