kurz angerissen*
erstmals veröffentlicht: 31.12.2012
Wunderschön gezeichnete, moderne Märchenadaption, die seinerzeit für ihren Mut beglückwünscht wurde, eine afroamerikanische Protagonistin zur Prinzessin zu machen und das klassische Modell einer Prinzessin - blond, oberflächlich, verwöhnt - zu deren bester Freundin zu machen. Seine größten Stärken hat "Küss den Frosch" in der Tat in der Darstellung afroamerikanischer Kultur im New Orleans der Jahrhundertwende. Zwar kommt diese Disney-typisch nicht ohne Klischees aus, muss dies aber auch gar nicht, denn sie werden in höchst einfallsreichen Farbspielen der Gesangseinlagen (die leider wieder ein wenig zu sehr ausgeschlachtet werden - setzt man für jede neue Gefühlsregung eine neue Gesangseinlage an, verliert die Darstellung an Intensität) auseinandergenommen. Einmal in den Frosch verwandelt, gibt es zwar neben sehr gelungenen Selbstzitaten (zB. zu "Bernhard & Bianca") ein paar Tempoprobleme zu vermelden, aber wenn sich Prinz und Prinzessin irgendwann folgerichtig als Mann und Frau in den Armen liegen, hat man einen originellen und einfallsreichen Film gesehen, der wieder schmerzlich in Erinnerung ruft, dass das Monopol des CGI-Films ein unberechtigtes ist.
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