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Die „Freitag, der 13te“-Serie bot von den jüngsten Auswüchsen mal abgesehen stets das Gleiche in leicht veränderter Form. Die „Nightmare“-Serie erweitere das Konzept in jedem Film, wobei jedes Werk die Handschrift eines bestimmten Regisseurs trug. Und die „Halloween“-Saga? Die schwankt zwischen neuen Ideen und Altbekannten, so auch im achten Teil.
Am Ende vom Vorgänger köpfte Laurie Strode (Jamie Lee Curtis) nicht Michael Myers, sondern einen Rettungssanitäter, dem Michael seine Maske aufsetzte. Nun sitzt sie seit drei Jahren in psychiatrischer Betreuung und tatsächlich taucht Michael auf um sein Werk zu vollenden. Laurie ist zwar vorbereitet, hat Michael fast, doch er kann sie töten. Damit begeht „Halloween: Resurrection“ einen radikalen Bruch, doch der Auftakt ist leidlich spannend, auch wenn er die Geschichte arg konstruiert erweitert.
Doch wohin mit Michael, wenn alle Anverwandten tot sind? Zurück nach Haddonfield, wo die alte Myers-Butze Schauplatz einer Internetshow werden soll, in der sechs Studenten an Halloween das Haus erkunden. Doch auch Michael ist an diesem Tag vor Ort...

„Halloween: Resurrection“ ist ein Standardslasher, der vom Anfang abgesehen, auch mit einem gänzlich anderen Killer funktionieren würde. Die Gegenstände im Haus, die Infos über Myers’ Kindheit geben sind von den Produzenten der Dangertainment-Show dort platziert worden, wie der Zuschauer schon lange vor den schwachmatigen Hauserkundern ahnt. Diese sollen zwar Studenten sein, stellen sich aber so dämlich an wie die „Freitag, der 13te“-Teens. Zudem sind die Studis allesamt wandelnde Klischees, noch nicht mal das potentielle Final Girl gewinnt irgendwie Farbe und könnte auch in Szene 2 weggeschlachtet werden.
Auch der Subplot um den Internetfreund der Heldin ist nur fürs Finale da, indem sie durch SMS geleitet Michael entkommen will. Leider macht „Halloween: Resurrection“ aus der Idee mit dem Livestream recht wenig, die Szenen mit dem Internetfreund sind zur Belustigung da, könnten aber auch wegfallen, selbst seine Hilfeleistung im Finale braucht der Film an sich nicht. Einzig und allein ein paar nette Ideen, wenn Michael dem Team in die Quere kommt, hat der Film zu bieten, wobei es den Joke mit mehreren Leuten in Myers-Masken bereits im vierten Teil gab.
Auch der Spannungsbogen ist nur mäßig gelungen, da die Einleitung für eine Spieldauer von 85 Minuten inklusive Abspann recht lang ausfällt. Erst nach der Halbzeitmarke beginnt die Jagd auf die Versuchskaninchen, subtilen Spannungsaufbau zuvor (so wie im Original) gibt es nicht. Wer stirbt und wer nicht, ist eh nach wenigen Minuten klar, also auch da keine Überraschungen. Dazu noch die Idee Michael Gegner mit Kampfsporterfahrung vorzusetzen, aber das gab es bei Freddy auch schon (hier hatte der Gegner Erfolg) und Jason (hier weniger).

Doch „Halloween: Resurrection“ hat wenigstens handwerkliche Qualitäten, die hier noch teilweise den Tag retten. Das düstere Haus kommt sehr stimmig rüber, Regisseur Rick Rosenthal verwendet das „Halloween“-Theme sehr geschickt und kann auch einige Spannungspassagen bieten. Die Morde sind ordentlich, könnten spannender inszeniert sein, bieten aber teilweise ein paar nette Ideen (z.B. der Mord an dem Kameratypen zu Beginn).
Das mitspielende Jungvolk kann hier leider null Akzente setzen, dabei hat man einige davon schon deutlich besser in anderen Filmen gesehen. Jamie Lee Curtis ist gewohnt gut, hat aber kaum Screentime. Furchtbar nervig hingegen Tyra Banks, zum Glück mit nur kurzen Auftritten bedacht, und Busta Rhymes. Der hat zwar ein paar witzige Szenen als gieriger Produzent, geht doch mit seinem pseudocoolen Gehabe gegen Ende wahnsinnig auf den Sack.

Besser als Teil drei und fünf, doch auch „Halloween: Resurrection“ ist nicht mal Mittelmaß. Handwerklich gelungen, in einigen Szenen spannend, doch größtenteils vorhersehbar und lahm. Die mäßige Darstellerriege und das ungenutzte Potential bei der Internetthematik tun ihr übriges.

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