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Was war das denn? Ich als jahrelanger Halloween-Fan bin ja nun schon einiges gewöhnt. Doch dieses Mal überspannt Michael Myers den Bogen einfach. Dabei fing alles so gut an...

Schwarze Leinwand. Die Credits werden eingeblendet. Das altbekannte „Halloween“-Theme fetzt aus den großen Kinoboxen. Zeit für Gänsehaut. Danach beginnt der eigentliche Film. Wir Zuschauer erfahren, dass Laurie aufgrund der Ereignisse aus dem Jahr 1998 in einer geschlossenen Anstalt sitzt, völlig fertig und psychisch am Boden. Doch das reicht Michael natürlich nicht. Er taucht wieder auf und macht erneut Jagd auf sein Lieblings-Opfer. Und als er es nach fünfzehn brilliant gefilmten, düster-makabren Minuten dann tatsächlich kriegt, stirbt Laurie nicht alleine. Sie nimmt den ganzen Film mit ins Grab.

Denn was danach kommt, ist nichts weiter als halbgarer Schrott. Die Minuten plätschern ohne Höhepunkte dahin. Alles ist erschreckend langweilig. Teenies begeben sich ins Myers-Haus, ein Fernsehproduzent reißt einige Sprüche, irgendwann kommt Michael dann ins Spiel und darf ein paar Mal in eine Webcam grinsen.

Wenn ich Teenager dabei zuhören will, wie sie blöde Reden schwingen, kann ich mich auch ein paar Minuten auf den Schulhof gegenüber von meiner Firma stellen. Wenn ich einen Film sehen will, in dem HipHopper krasse Sprüche kloppen, hol’ ich mir „Next Friday“ aus der Videothek. Und wenn ich Webcam-Bilder sehen will, gehe ich in’s Internet. Sowas gehört einfach nicht in einen richtigen Film, verdammt. Denn jeder, der schonmal erwartungsvoll auf einen dieser „Live Sex“-Buttons geklickt hat, weiß, wieviel man durch eine Webcam sieht. Nämlich fast nix.

Alles in allem ist dieser siebte Aufguss eines Kultfilmes nur noch ärgerlich. Die neuen Aspekte sind blöde, die Alten nicht vernünftig umgesetzt. Lediglich die erste Viertelstunde kann reißen, doch das zieht die Bewertung nicht hoch, sondern nur noch tiefer in den Keller, da man nun weiß, was möglich gewesen wäre. Liebe Produzenten, schießt diesen Mist auf den Mond und lasst eine Legende in Frieden sterben. Nach dem wirklich guten siebten Teil hätte Schluss sein müssen. So reitet sich eine wirklich herausragende Serie selber tot. Danke, ohne mich. Das stell ich mir nicht ins Regal.

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