Review

ACHTUNG SPOILER!

Story: Vor nunmehr vier Jahren schlug Michael Myers Schwester und ewige Gejagte Laurie Strode mit der Axt auf den vermeintlichen Killer ein (siehe HALLOWEEN H20). Vor nunmehr vier Jahren stellte sich heraus, dass sie den falschen Mann köpfte. Seitdem sitzt die inzwischen 40-jährige in der geschlossenen Anstalt, hat kein einziges Wort gesprochen - und wartet. Dann, am 31. Oktober 2001, kann sie ihrem Schicksal nicht länger entkommen. Der Mörder mit der weißen Maske dringt in die Psychiatrie ein und schaltet Laurie endgültig (?!) aus, nachdem es ihr 24 Jahre gelungen war, zu überleben.
Doch damit ist der Blutdurst des schwarzen Manns noch lange nicht gestillt; da passt es wie die Faust aufs Auge, dass ein geldgieriger Produzent sechs Teenies anbietet, passend zum Halloween-Fest an einer Reality Show teilzunehmen, bei der sie einen Haufen Geld machen können: sie müssen lediglich eine Nacht im Haus des berühmten Serienmörders in Haddonfield verbringen - bei vernagelten Fenstern und verschlossenen Türen. Dank Webcams im Gemäuer ist es allen Internetnutzern möglich, die Show live mit zu erleben.
Blöderweise hat Michael Myers an seinem Jahrestag absolut keinen Bock auf Besuch im trauten Heim - schlecht für die Teilnehmer des 'Spiels', welche die Gefahr reichlich spät erkennen...

Nach einem meiner Meinung nach tollen 7. Teil war ich selbstverständlich besonders gespannt auf Teil 8. Ich holte mir sofort Karten fürs Preview im Kino. Das, was ich zu sehen bekam, überzeugte mich - trotz der ungekürzten FSK 18 - Fassung und mehr Gore als beim Vorgänger - vom ersten Moment an nicht so recht.

Regisseur Rick Rosenthal bleibt dem Muster treu, welches HALLOWEEN II anno 1981 zu einem stumpfsinnigen, aber trotz allem spannenden und atmosphärisch noch ziemlich dichtem Sequel werden ließ. RESURRECTION beinhaltetet das ganz klassische Schema F der Reihe, zusätzlich aber leider noch eine Reihe von Mängeln, über die selbst der eingefleischte Halloween-Fan wie ich nicht hinwegsehen kann.

Laurie Strodes' Tod fällt definitiv unter den Tisch. Jamie Lee Curtis, die Mutter aller 'Scream-Queens', stirbt in einem recht spannungslosen und arg vorhersehbaren Akt (der darüber hinaus nur wenige Minuten dauert), anstatt einen spannenden und würdigen Abgang aus der Reihe zu bekommen.

Auch der darauf folgende Hauptteil der Geschichte in Myers Haus kommt zu platt daher, um mitzureißen. Die Schauspieler sind größtenteils talentlose Jungdarsteller wie man sie heute in jedem Teen-Film findet, die Schocks nur teilweise gelungen und die Dialoge sind oftmals lächerlich.

Das Haus als Kulisse ist vom Raum her zu begrenzt und lässt keinen sonderlich großen Spielraum für Spannungsbögen oder gar Logik zu - wie Myers es in einem normalgroßen Haus schafft, sechs Leute einen nach dem anderen umzubringen ohne dass die anderen ihn oder das Verschwinden ihrer Kollegen bemerken, wird wohl noch länger ungeklärt bleiben...

Die Idee mit den Videoperspektiven ist eindeutig bei THE BLAIR WITCH PROJECT geklaut und als Versuch aufzugreifen, der Reihe wenigstens optisch etwas frischen Wind einzuhauchen - warum das nicht mit eigenen Ideen geschehen kann, das wissen nur die Macher.

Die zahlreichen Mängel werden durch teilweise recht harte Effekte und einer Prise (flachem, dennoch manchmal ulkigem) Humor zumindest zum Teil ausgeglichen. Die Szene, in der auf dem Monitor die beiden Michael Myers' zu sehen sind, von denen der eine mit einem Mal anfängt, den anderen zu ohrfeigen und anzukeifen, weshalb er dasselbe Kostüm trage wie er, fand ich echt cool.

Na dann. Der Slasher zieht sich ohne nennenswerte eigene Ideen und in einer ebenfalls nicht sehr schockierenden Atmosphäre anderthalb unterhaltsame, aber nicht sonderlich fesselnde Stunden dahin, bis der am Ende per Stromschlag und Flammen außer Gefecht gesetzter Myers auf dem Obduktionstisch die quicklebendigen Augen aufreißt und somit die Fortsetzungsmöglichkeit für Teil 9 (der bereits in Arbeit ist) liefert.
Mit etwas knirschenden Zähnen will ich es ihm dann noch mal gönnen.

5/10 Punkten.

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